Erste Schritte – First steps

I passed by the refugees’ lodgings for the first time today (27 July).  The building is a former hotel, rented by the local authorities, which was still in use for normal day-to-day hotel business a month ago.

There are people milling around in front, Arab and African men.  I wait to be introduced by another volunteer and then I’m left alone to look around.  Then an elderly lady grabs my hand and drags me to the groundfloor kitchen.  She keeps talking, I understand “Iran” and nothing else.  A Nigerian woman cradling her tiny baby (almost newborn, the youngest inhabitant of the hotel, just about 2 weeks old) tells me in English that the other woman needs baking powder.  Yes, now I understand her gestures: she mimes kneading dough and dough rising.  I do understand: she doesn’t want baking powder, she wants yeasts.  I decide to bring some later in the afternoon but I’m unsure if she understands. No matter, we’ll see.

At home, I find some packages of dried yeast and begin to wonder how to communicate what this is. So I create my first teaching pamphlet.  1 kilo of flour and 2 packages of dried yeast makes a cake or a bread.  I hope they understand.

When I get back, other men are sitting in the entrance area. I greet them, they nod back, but nobody stops me, nobody challenges me.  They seem to accept German looking people just walking into what for now is their home.  Yet inside, there is nobody to be found.  Everything is very quite, all the doors to the rooms are closed, the kitchen abandoned.  And I don’t want to create a commotion.  I leave the flour and the packages of yeast and the pamphlets in the kitchen and hope for the best.  But a weird feeling remains – anybody could have walked in and left anything whatsover on that counter.

Hefe

Heute (27. Juli) bin ich zum ersten Mal zur Flüchtlingsunterkunft gefahren.  Es ist ein ehemaliges Hotel, das vom Kreis angemietet wurde, und das noch vor einem Monat als normales Hotel genutzt wurde.

Vor dem Eingang sitzen Leute, arabische und afrikanische Männer.  Ich warte darauf, dass ein anderer Ehrenamtlicher mich vorstellt, und dann bin ich auf mich allein gestellt.  Eine ältere Dame schnappt sich meine Hand und zieht mich in die Küche im Erdgeschoss.  Sie redet auf mich ein, alles, was ich verstehe ist “Iran”.  Eine Nigerianerin, die ihr Baby auf dem Arm hat (ein fast Neugeborenes, gerade mal zwei Wochen alt und der jüngste Bewohner des Hotels) sagt mir auf Englisch, dass die Frau Backpulver möchte.  Jetzt verstehe ich ihre Gesten: sie mimt, dass sie einen Teig knetet und der dann aufgeht.  Ich glaube, ich verstehe es jetzt: sie will kein Backpulver, sie will Hefe.  Ich beschließe am Nachmittag nochmal vorbeizukommen und Hefe zu bringen. Ob sie mich versteht, weiß ich nicht, aber das macht erstmal nichts.

Zuhause habe ich ein paar Päckchen Trockenhefe und fange an mich zu fragen, wie ich kommunizieren kann, was das ist.  Vielleicht kennen sie ja nur frische Hefe.  So entsteht meine erste Deutschlektion auf Papier. 1 Kilo Mehl und 2 Päckchen Hefe ergeben ein Brot oder einen Kuchen. Ich hoffe, das ist deutlich.

Wieder dort sitzen inzwischen andere Männer in der Eingangshalle. Ich grüße sie, sie nicken zurück, aber niemand hält mich auf, niemand stellt in Frage, was ich da mache, als ich zur Küche gehe.  Sie scheinen einfach zu akzeptieren, dass deutschaussehende Menschen hier, wo für jetzt ihr Zuhause ist, ein- und ausgehen.  Allerdings ist niemand im Erdgeschoss zu finden.  Die Küche ist leer, die Zimmertüren sind alle geschlossen, es ist ganz ruhig.  Ich will ja auch keinen Aufstand machen.  Also lasse ich das Mehl, das ich noch gekauft habe, und die Hefepäckchen in der Küche liegen, die Kopien meines Arbeitsblattes daneben, und hoffe einfach, dass es klappt.  Aber irgendwie bleibt ein komisches Gefühl: da hätte ja jeder reinmarschieren und sonstwas auf die Arbeitsplatte legen können.

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