The power of one – Das Können eines Einzelnen

I must have left a tremendous impression as substitute teacher – only one of the students showed up to my second gig. If this was designed by fate to frustrate me – it didn’t work. The single student was enough.

Akai had his arm injured on his long way to Germany. I don’t know the details but it has not grown together properly. I’m told that once his asylum status has been sorted he will get an operation with the objective to rectify this. Today he walked to school; although he has a bicycle it appears that he was in so much pain that he rather went by foot than steered a bike. He is Yazidi which means that he does not speak Arabic and this cuts him off from communicating with many of the other refugees at the hotel. From all “my” students he has the most difficulties in learning, and I was all the more chuffed that he made the effort and turned up. He genuinely needed the individual attention because in a group, even in a small group, he is often left out. The others lose patience with him and cut in – or should I rather say: he loses confidence in himself and doesn’t even try but lets the others answer for him. I revised numbers with him and let him count again and again. We used play money to count from 1-20. Because this worked well I introduced increments of 10 and his face simply lit up when he understood the system: … 6-ty, 7-ty, 8-ty, 9-ty and could guess the next step without me telling him.

One student whose achievements maybe small compared with others but who is trying hard can sweeten a teacher’s day. What I received from Akai today tasted better than any apple.

PS: Since I was going that way anyway, I dropped him off at the hotel. Immediately, his older brother (who had not been to class) came out and checked whether he was alright, then came to see me and with gestures told me that he had a bad headache (which Akai had conveyed to me earlier). Sami, who had also been absent, rushed towards me and when I chastised him half jokingly for missing class, brandished a piece of paper in my face to show me that he had had an appointment with the social worker. After my special class with Akai my soul didn’t need soothing any more, yet it was nice, nevertheless.

016 apple

Ich muss als Ersatzlehrer einen tollen Eindruck hinterlassen haben – nur ein einziger Schüler tauchte heute zu meiner zweiten Vorstellung auf. Wenn das vom Schicksal so geplant war, um mir eins auszuwischen – es hat nicht funktioniert. Ein einzelner Schüler hat auch gereicht.

Akai hat sich auf seinem langen Weg nach Deutschland den Arm verletzt. Ich weiß keine Einzelheiten, aber es ist nicht richtig zusammengeheilt. Mir wurde gesagt, dass er eine Operation, die das verbessern soll, bekommen wird, sobald sein Asylstatus geklärt ist. Heute ist er zur Schule gegangen; obwohl er ein Fahrrad hat, hatte er heute wohl so viel Schmerzen, dass er lieber zu Fuß gekommen ist, als ein Rad zu lenken. Er ist Jesiden, weshalb er kein Arabisch spricht, was ihm die Kommunkation mit vielen von den anderen Flüchtlingen im Hotel erschwert. Von all „meinen“ Schülern hat er die meisten Probleme mit dem Lernen und deshalb hat es mich riesig gefreut, dass er trotzdem gekommen ist. Für ihn war die Einzelstunde richtig wichtig, weil er in der Gruppe, selbst in einer kleinen Gruppe, oft übergangen wird. Die anderen verlieren die Geduld und sagen ihm vor, oder vielleicht sollte man besser sagen: er hat so wenig Selbstvertrauen, dass er es gar nicht erst versucht und die anderen für sich antworten lässt. Ich wiederholte Zahlen mit ihm und ließ ihn wieder und wieder laut zählen. Mit Spielgeld übten wir die Zahlen von 1-20 und weil es sich mit den Münzen anbot, ging ich auf Zehnerschritte über. Es war einfach schön zu sehen, wie sein Gesicht aufleuchtete, als er plötzlich das System kapiert hat: …, 4-zig, 5-zig, 6-zig, usw.

Ein Schüler, dessen Erfolg mit anderen verglichen vielleicht klein scheint, der sich aber ernsthaft anstrengt, kann einem Lehrer den Tag versüßen. Was mir Akai heute gegeben hat, war süßer als jeder Apfel.

PS: Da ich sowieso in die gleiche Richtung musste, habe ich Akai bis zum Hotel im Auto mitgenommen. Sein großer Bruder (der in der Klasse hätte sein sollen) kam sofort aus der Tür und machte sicher, dass Akai in Ordnung war. Dann kam er zu mir und erklärte mir mit Gesten, dass er große Kopfschmerzen habe (was mir Akai vorher auch angedeutet hatte). Sami, der ebenfalls hätte dabei sein sollen, kam mir entgegengerannt und streckte mir ein Stück Papier entgegen, um mir zu zeigen, dass er am Morgen einen Termin bei der Sozialarbeiterin gehabt hatte. Nach meiner Extrastunde mit Akai hatte mein Ego es nicht mehr nötig, gestreichelt zu warden, aber es war trotzdem schön.

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