Sauertopfblues – Grumpy blues

I’m writing this at home. I’m grumpy because I have already the second cold this autumn/winter season, my nose is running, my chest is wheezing. So it’s a grumpy piece. At the same time I’m fully aware that this is a luxury problem and that all over Germany people are haveíng much bigger problems. Pretty close by in an emergency shelter (which seems to be there at least until spring) there are 120 men who are living – like thousand others – in a gymnasium, with only a camp bed, no cupboards, no privacy except curtains to divide the hall, barely enough toilet and shower facilities and a heating system that keeps playing up (it snowed last night).

I have met wonderful people who work as volunteers and I have met wonderful people who are professionally dealing with the refugees. I am humbled by the commitment and effort they put in their work and I know that in comparison I do only a little (yet, if everybody did as little as me we’d be okay and we wouldn’t need superhuman efforts from some).

I’ve also met the others. Let me be clear, every volunteer is needed and welcome. But just as I have learned that refugees are not an anonymous mass but made up of individuals so are volunteers. Some I like and some I don’t. This is mainly about the latter variety.

The name-droppers and publicity hounds: The less said about them, the better. They are always present when somebody from the media is around, preferably a photographer. They are there to be seen. They know everybody who is “worth” knowing. They talk with the “important” refugees. Sometimes they can help with connections. Sometimes they create good PR. Sometimes.

The busy bodies: Occasionally they are the same ones whom I admire for the hours and effort they put in. They just rub me the wrong way. They keep ordering people around and want to know everything that’s going on. They dish out advice even on things they know little if anything about, and are cross if it is ignored.

The whiners: I’ve met a few. They do good work. But they feel like they’re not being appreciated enough. “I could do so many other things with my time”, they say. And: “I am here twice a week, and nobody says thank you.” And: “I’m doing this because I feel it’s my duty.” I’m tempted to say: “If you can’t do it because you want to and spread a little joy while doing it, forget it!” – however, we need everybody, so I’m just thinking it (or writing it).

The complainers: There is one particular elderly gent who keeps popping up at the hotel, at the coffee meet, at other meetings, and every time he complains in a strained voice that nothing is organised. “So much good will,” he says, “but nobody seems to know what is happening. I like to help – but where?!!” Yes, well, we are mostly volunteers. Some things don’t work and we are learning new things all time. If it is so terrible, why doesn’t he help with the organisation?

But then there are the silent helpers: People who just turn up and do things. Who don’t want to be thanked or complemented, who don’t complain if they come “for nothing” once in a while, but who after a few visits find their own niche – be it “only” a seemingly small task. Those are the people I like.

045 grumpy

Ich schreibe das hier zuhause. Ich bin schlecht drauf, weil ich schon zum zweiten Mal in dieser Saison eine Erkältung habe, meine Nase läuft und mein Atem pfeift. Gleichzeitig ist es mir aber deutlich bewusst, dass ich ein Luxusproblem habe und dass über ganz Deutschland verteilt, Menschen mit viel schlimmeren Problemen leben. Gleich um die Ecke hier ist eine Notunterkunft (die noch mindestens bis Frühjahr hier sein wird) in der 120 Männer – wie tausende andere auch – in einer Sporthalle leben, nur mit einem Feldbett, ohne Schrank, ohne Privatsphäre außer einem Vorhang, der die Halle notdürftig unterteilt, mit kaum genug Duschen und Toiletten und einer Heizung, die Mucken macht (es hat letzte Nacht geschneit).

Ich habe unter den ehrenamtlichen Helfern ganz tolle Menschen kennengelernt, genau wie unter denen, die beruflich mit Flüchtlingen azu tun haben. Ich bewundere das Engagement und die Mühe, die sie in ihre Arbeit stecken, und ich weiß, dass ich im Vergleich wenig tue (wenn allerdings jeder so wenig wie ich tun würde, dann bräuchten wir keine übermenschlichen Anstrengungen von wenigen).

Ich habe aber auch andere getroffen. Ich möchte betonen, dass jeder Ehrenamtliche gebraucht und willkommen ist. Aber so, wie ich gelernt habe, dass Flüchtlinge keine anonyme Masse sind, sondern Individuen, so stimmt das auch für ehrenamtliche Helfer. Manche mag ich und manche eben nicht. Ich schreibe hauptsächlich über die letzteren hier.

Die Namedroppers (gibt es dafür wirklich keinen deutschen Ausdruck) und die Schaumschläger : Je weniger man über die sagt, desto besser. Sie sind immer da, wenn jemand von den Medien da ist, am besten mit einem Photographen. Sie kommen, um gesehen zu werden. Sie kennen alle, die es „wert“ sind gekannt zu werden. Sie reden mit den „prominenten“ Flüchtlingen. Manchmal können sie mit ihren Beziehungen helfen. Manchmal helfen sie mit der Öffentlichkeitsarbeit. Manchmal.

Die Wichtigtuer: Manchmal sind das dieselben, wie die, die ich wegen der Zeit und Mühe, die sie in die Arbeit stecken, bewundere. Sie nerven mich einfach. Sie sagen anderen, was sie tun sollen und wollen immer informiert werden. Sie geben Ratschläge, auch wenn sie wenig oder gar nichts von einer Sache verstehen, und sind sauer, wenn man sie nicht befolgt.

Die Quengler: Die gibt’s immer. Sie leisten gute Arbeit. Aber sie fühlen, dass sie nicht genug geschätzt werden. „Ich könnte mit meiner Zeit so viel anderes machen“, sagen sie. Und: „Ich komme zweimal in der Woche hierher und niemand bedankt sich.“ Und: „Ich mache das hier, weil ich es für meine Pflicht halte.“ Ich bin versucht zu antworten: „Wenn du nicht helfen kannst, weil du es gern tust und dabei vielleicht ein bisschen gute Laune verteilen kannst, dann lass es!“, aber weil wir wirklich jeden brauchen, denke ich das nur (oder schreibe es).

Die Meckerer: Es gibt da einen älteren Herrn, der immer mal wieder im Hotel, beim Kaffeetreff oder anderen Treffen auftaucht und bei jedem, der ihm zuhört, beschwert er sich mit hoher Stimme, dass nichts organisiert sei. „So viel guter Wille“, sagt er, „aber niemand scheint zu wissen, wie es läuft. Ich möchte ja so gerne helfen – nur wo?“ Nun ja, wir sind halt fast alle nur Ehrenamtliche. Manches klappt nicht und wir lernen dazu. Wenn sie so schrecklich ist, warum hilft er dann nicht dort – bei der Organisation?

Und dann gibt es noch die stillen Helfer: Menschen, die einfach auftauchen und zupacken. Die nicht jedesmal ein Danke hören wollen, die sich nicht beschweren, wenn sie mal „umsonst“ gekommen sind, aber die nach einigen Besuchen, ihre Nische gefunden haben – und wenn es „nur“ eine anscheinend kleine Tätigkeit ist. Die Leute mag ich.

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