Absolute beginners – Nullanfänger

Der Unterricht heute war weniger ein Sprachunterricht als ein logistisches Manöver. Zu den Teilnehmern aus Syrien, Kamerun, Togo und dem Irak sind jetzt noch sechs Afghanen, eine Mazedonierin und eine Somalierin aus der anderen Unterkunft dazugekommen.

Die gute Nachricht ist, dass es sich um drei Ehepaare handelt – was bedeutet, dass ich endlich mehr Frauen im Klassenzimmer habe.

Die schlechte Nachricht ist, dass es sich um drei Ehepaare handelt – was bedeutet, dass zumindest einige ihre Kinder mitbringen, was Anforderungen an die Beförderung und Kinderbetreuung stellt. Ein Kleinkind, ein behindertes Mädchen, eine schwangere Frau – die können schon mal nicht den ganzen Weg laufen.

Für den ersten Tag haben wir eine Begleitung organisiert, damit der Weg, der immerhin 3,5 km lang ist, auch tatsächlich gefunden wird, aber wir hatten nicht genug Autos um sie alle zu fahren. Schließlich sind die Männer losgegangen, die anderen wurden auf zwei Autos verteilt, am Hotel abgeladen, und dann sind wir nochmal zurückgefahren und haben die Männer auf halbem Weg eingesammelt. Nun weiß ich, dass die eine Familie mit vier Kindern fast den gesamten Weg von Afghanistan nach Europa, durch den Iran und die Türkei, über den Balkan nach Ungarn gelaufen sind, und denen müssen sieben Kilometer an einem Tag wie ein Klacks vorkommen – aber es muss dennoch irgendeine bessere Lösung gefunden werden, wenn ich dann allein bin. Vielleicht werde ich einfach schrecklich sexistisch sein und den Männern sagen, dass sie laufen müssen, und die Frauen und Kinder mit dem Auto abholen. Alternativ könnte ich ja auch einen Kleinbus anschaffen – um Spenden wird gebeten! – nein, Späßle g’macht.

Das andere – wesentlich wichtigere – logistische Problem ist, die neuen Kursteilnehmer auf das gleiche Niveau zu bekommen, wie diejenigen, die schon vor einem Monat mit dem Alphabetisierungskurs angefangen haben und denen, die ich schon seit über drei Monaten unterrichte. Aber nach heute bin ich da recht zuversichtlich. Die Neuankömmlinge sind nicht dumm und die Erfahreneren hätten nicht verständnisvoller sein können. Jetzt bin ich dran, sie zur Zusammenarbeit zu animieren. Wenn mir das gelingt, ist das zum allseitigen Vorteil: während die einen aufholen, können die anderen Selbstvertrauen tanken und gleichzeitig das bisher Gelernte festigen, kann ich lernen besser zu lehren.

066 transport

Today’s class was not so much a language class as an exercise in organisation, transport and otherwise. In addition to my existing students from Syria, Iraq, Cameroon and Togo there are now six Afghans, one Macedonian, and one Somali from the other refugee housing.

The good news is: there are three couples – which means I have finally more women in the classroom.

The bad news is: there are three couples – which means they have to bring some of their children along which is taxing on transport and child minding. A toddler, a girl who is handicapped, and a pregnant woman – there is no way they can walk all the way to the venue.

We had arranged for an escort so that they would get to know the way which after all is about 3.5 km, but we did not have enough cars to take them all. In the end, the men started walking, the others were taken in cars, left at the hotel, and then we drove back and collected the others about half-way. Now I know that the one family has walked all the way from Afghanistan to Europe, through Iran and Turkey, through the Balkan states to Hungary, so walking 3.5 kilometres twice a day must seem like a piece of cake to them but I will have to find a way to deal with this when it’s just me. Maybe I will just be very sexist and tell the men to walk and I will pick up the women and children. Alternatively, I will buy a minivan – donations welcome! – just kidding.

The other – more important – logistical problem is getting the new students to the same level of German as the others who started over a month ago with the alphabetisation course and those I have taught for over three months now. But after today’s first session I am pretty confident that this is not as difficult as I thought it might be. The new arrivals are bright and the seasoned participants couldn’t have been more understanding. It’s my job now to get them working together. If I succeed it’s a win-win situation: while one group is catching up the others can boost their self-confidence as well as consolidate their skills, can I learn to teach better.

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