Willkommen und Tschüss! – Welcome and Bye!

So yesterday I was again at the other former hotel where refugees are being housed in order to fetch them together with my sister (one more car!). We keep waiting for a lady from Macedonia. She wasn’t with us yesterday as she had a dentist’s appointment so I think there might have been some miscommunication. I go up to her room. The door opens and she obviously hadn’t been expecting me. “School? Today? Now?!!” I am paraphrasing the barrage of Macedonian (if that was the language she was using) she spews at me. I show her my list of students. She nods when I gesture for her to come downstairs and closes the door in my face.

After another 10 minutes in the cold (maybe there will be winter afterall), I go up again. She is still in her combination of pjs and winter jacket. “School??! Where?! How about my husband?” She pushes a small elderly man in front of her. At least he is smiling, sort of. I show him the list, he is not on it. I don’t have more information. Maybe he is able to write and that’s why he is not in the alphabetisation class? I mime writing. He nods, then shakes his head and demands: “School!Me!!” I shrug my shoulder apologetically. The woman is now getting dressed and waves me out of the door; she will come.

We are about to distribute the adults and children between the cars, we she storms out. She almost screams at the waiting men. What I think I can make out is: “Why should I go to school? I cannot understand anybody!! You talk with each other! I understand no one!!” I try to reason with her, telling her that there are not only Afghans, but a variety of nationalities and languages, that they will all learn German together, and that I will help her. The others try to explain this to her as well. Now she starts haranguing me while all the while blowing her cigarette smoke in my direction. She obviously doesn’t want to come to the class. It’s okay, it is not compulsory, it’s just an offer. Even after I nod and agree she is not to be pacified and keeps spouting words at me that I don’t understand. I actually understand her concerns about being left out, and I certainly don’t prescribe to the notion that refugees have to accept everything without questions and be fawningly grateful for everything, but I don’t want to be shouted at and made to feel as if I am forcing somebody to do unacceptable things.

The other participants are such genuinely friendly and likeable people, I’m not all sorry not to have her in the class. There, I said it!

067 bridge

Gestern war ich nun zum zweiten Mal an dem anderen ehemaligen Hotel, in dem Flüchtlinge untergekommen sind, um zusammen mit meiner Schwester (ein Auto mehr!) meine Schüler abzuholen. Wir warten auf eine Schülerin aus Mazedonien, die am vorigen Tag wegen eines Zahnarztbesuches noch nicht mitgekommen ist. Vielleicht liegt da ja irgendein Missverständnis vor, deshalb gehe ich zu ihrem Zimmer. Sie öffnet die Tür und es ist klar, dass sie mich nicht erwartet hat. „Schule?! Heute?!! Jetzt??“ Ich formuliere auf Deutsch ihren Redefluss auf Mazedonisch (falls das die Sprache ist, die sie benutzt), den sie mir entgegenschleudert. Ich zeige ihr die Liste mit den Namen der Teilnehmer. Sie nickt als ihr bedeute, nach unten zu kommen und macht mir die Tür vor der Nase zu.

Nach zehn Minuten in der Kälte (vielleicht kommt der Winter ja doch noch), gehe ich nochmal hoch. Sie trägt noch immer die gleiche Kombination von Winterjacke und Schlafanzug wie vorhin. „Schule??! Wo?? Was ist mit meinem Mann?!“ Sie schiebt einen älteren Mann in meine Richtung. Er lächelt wenigstens halbwegs. Ich zeige ihm die Liste, er steht nicht drauf. Mehr weiß ich ja auch nicht. Vielleicht kann er ja schreiben und ist deshalb nicht in der Alphabetisierungsklasse? Ich mache eine Schreibbewegung. Er nickt, dann schüttelt er den Kopf und fordert: „Schule. Ich!!“ Ich zucke entschuldigend mit den Schultern. Die Frau zieht sich jetzt an und winkt mich weg; sie wird kommen.

Wir sind gerade dabei die Erwachsenen und Kinder auf die Autos zu verteilen, als sie aus dem Gebäude herausgestürmt kommt. Sie schreit die wartenden Männer regelrecht an, ich glaube das zu verstehen: „Warum soll ich in die Schule gehen!? Ich verstehe ja doch niemanden!! Ihr könnt miteinander reden und ich verstehe niemanden!“ Ich versuche ihr zu erklären, dass nicht nur Afghanen in der Klasse sind, sondern auch Menschen aus anderen Regionen mit anderen Sprachen, dass sie zusammen Deutsch lernen werden, und dass ich ihr helfen werde. Auch die anderen versuchen ihr das zu erklären. Jetzt kriege ich den nächsten Wortschwall ab, während sie mir dauernd ihren Zigarettenrauch ins Gesicht bläst. Sie macht klar, dass sie nicht in die Klasse kommen will. Das ist okay, es ist ja keine Zwangsveranstaltung, sondern ein Angebot. Selbst nachdem ich nicke, ist sie nicht zufrieden zu stellen und redet weiter auf mich ein, in Worten, die ich nicht verstehe. Ich verstehe ja ihre Befürchtungen, dass sie Angst hat, in der Klasse isoliert zu sein, und ich bin sicher nicht der Meinung, dass Flüchtlinge einfach alles akzeptieren müssen und gefälligst dankbar dafür sein sollen, aber deshalb werde ich trotzdem nicht gerne angemacht und bekomme das Gefühl vermittelt, dass ich jemanden dazu zwinge, Unzumutbares zu tun.

Die anderen Teilnehmer sind solch freundliche und liebenswerte Menschen, da bin ich froh, sie nicht in der Klasse zu haben. Jetzt ist es mir rausgerutscht —

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