He’s gay and that’s a good thing, too. – Er ist schwul und das ist auch gut so.

Ich wiederhole derzeit vieles, um die neuen Schüler schnell auf den gleichen Stand wie die alten zu bekommen. Heute haben wir über Familie gesprochen. Die afghanischen Kursteilnehmer sind viel aufgeschlossener, wenn es darum geht, über ihre Familien zu reden, als die irakischen und syrischen Schüler, die ich bisher unterrichtet habe. Das kann ganz einfach daran liegen, dass die sechs Afghanen im Kurs Ehepaare sind, die mit ihren Kindern nach Deutschland kamen. Auch fällt es mir leichter, bei ihnen nachzufragen, da ich weniger befürchten muss, grauenvolle Erinnerungen wachzurufen. Zumindest ist das Klassenzimmer dafür nicht der richtige Ort.

Und weil wir gerade dabei waren, kam nach „Das ist mein Mann“ und „Wie heißt deine Frau?“ auch gleich die Lektion über Partnerschaften in Deutschland. Auch diesmal hielt sich die Überraschung über alleinerziehende Mütter und unverheiratete oder auch homosexuelle Paare in Grenzen. Sie hatten schon davon gehört und unter „eines dieser deutschen Dinge“ abgeheftet.

Dann hatte ich einen Geistesblitz und zeigte Fotos von Klaus Wowereit und seinem Partner. Der Einfachheit halber nannte ich ihn einfach den „Bürgermeister von Berlin“ und nicht “den vorigen Bürgermeister“. Jetzt war die Tatsache konkret und plötzlich waren die Reaktionen ein bisschen anders. Zuerst verhaltenes Gekicher, dann offenes Erstaunen. Ich glaube, es lag daran, dass Herr Wowereit und sein Mann so normal, gewissermaßen honorig aussehen, nur zwei Menschen, die seit 20 Jahren zusammen sind.

Ich habe übrigens den ehemaligen Bürgermeister von Berlin und nicht den ehemaligen deutschen Außenminister als Anschauuungsmaterial genommen, weil ich Bürgermeister leichter als Außenminister erklären konnte. Die nächste „Familienstunde“ wird dann das Verhältnis zwischen den Geschlechtern im Allgemeinen thematisieren.

Edelbranntweinbrennerei

 

At the moment I am repeating a lot of the lessons in order to get the new students to the same level as the old ones. Today the topic was “family”. The Afghan course participants are more open when talking about their own families than the Syrian and Iraqi students whom I have taught so far. The reason for this can possibly be found in the fact that the six Afghans in my course are couples who have come to Germany with their children. And it is easier to ask about their families because I have to be less afraid to touch on harrowing experiences. The classroom would not be the right place for this.

And while we were at it, “This is my husband” and “What is your wife’s name?” were followed by the lesson about domestic unions in Germany. And again, the surprise about single mothers and non-married and even homosexual partnerships was limited. They had heard about it and filed it under “one of those German things”, I think.

Then I had a sudden inspiration and showed photos of Klaus Wowereit and his partner. Because it was easier I just described him as “the mayor of Berlin” and not “the former mayor of Berlin”. Now the information was tangible and suddenly the reactions were a bit different. First, there was restrained giggling, then open astonishment. I think the reason is that Mr Wowereit and his husband look so normal and even reputable, simply two people who’ve been together for 20 years.

By the way, I took the former mayor of Berlin as an example and not the former foreign minister of Germany because I could explain Bürgermeister easier than Außenminister. The topic of the next “family lesson” will be relationships between men and women in general.

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