Candy Boy

Yesterday at our spring coffee klatsch I met Tahsin again.  Tahsin is 16, or maybe 17 or possibly 19.  His father arrived here in August, Tahsin around December.  Like many youngsters who arrived a bit later he did not immediately get a place in a school so his father begged me to take him into my class until further notice.  I like his father, one of the older residents at the hotel, so I agreed.

On the first day he came too late and immediately complained that he did not have an exercise book. I organised one for him, he collected it and then missed two classes.  When he turned up next, again late, he spent the class mostly with his head resting on the table.  Whenever I called on him he had no idea what we were doing, but smiled and tried to cover with syrupy charm.  I spoke with his father who promised to make sure that Tahsin would attend class on time.  I haven’t seen him since in class.

I have seen him at the coffee meetings where he approaches me smiling broadly with open arms calling loudly: “My teacher! My teacher!” I told him repeatedly to return the exercise book if he wasn’t coming to and each time he assures me that he was coming back.  Didn’t happen.  I’ve come to dread these encounters because I have to muster all my civility not to say more than: “I am not your teacher.”  Yesterday he talked at length to a local woman who had come to the coffee meeting for the first time and who then proceeded to lay into other volunteers that nothing was done for this poor young man was so keen and only wanted to learn and better himself.

Tahsin is obviously planning to con himself through life, trying out his charm on whomever it works.  Maybe he will even be successful with this strategy – who knows?  He is probably not aware of the fact that he manages to alienate people who were originally well-disposed towards him.  But even if he were he likely wouldn’t care.  There are apparently always new people who fall for him.

117 peacock

Bei unserem Frühlingskaffeeklatsch gestern ist mir Tahsin wieder mal begegnet. Tashsin ist 16 oder 17 oder vielleicht auch 19.  Sein Vater ist seit August hier, Tashin kam im Dezember.  Wie viele Jugendiche, die ein bisschen später angekommen sind, hat er nicht sofort einen Schulplatz bekommen, weshalb sein Vater mich bat, ihn in meiner Klasse aufzunehmen bis er in einer richtigen Schule anfangen könnte.  Ich mag seinen Vater, einen der älteren Bewohner des Hotels, deshalb sagte ich zu.

Am ersten Tag kam er zu spät und beschwerte sich sofort, dass er kein Textbuch habe. Ich organisierte ihmeines, er holte es sich ab und verpasste dann wieder zwei Unterrichtstermine.  Als er das nächste Mal auftauchte, wieder zu spät, verbrachte er die ganze Zeit mit seinem Kopf auf der Tischplatte.  Wenn ich ihn aufrief, wusste er nie, was wir gerade machten, aber er lächelte breit und versuchte das mit klebrigem Charme zu überspielen.  Ich sprach mit seinem Vater, der versprach, er würde sich darum kümmern, dass Tashin pünktlich zum Unterricht käme.  Seither habe ich ihn nicht mehr  in meiner Klasse gesehen.

Wenn er mir bei den Kaffeetreffen begegnet, kommt er mir immer mit einem breiten Lächeln auf den Lippen entgegen und ruft: „My teacher! My teacher!“ Ich habe ihm mehrmals gesagt, dass er mir das Buch zurückbringen soll, wenn er nicht mehr käme, und jedes Mal versichert er mir,  er würde wiederkommen. Ist nicht passiert.  Mir graut vor diesen Zusammentreffen, weil ich meine ganze Höflichkeit zusammennehmen muss, um nicht mehr als „Ich bin nicht dein Lehrer“  zu sagen.  Gestern sprach längere Zeit mit einer einheimischen Frau, die zum ersten Mal beim Kaffeetreffen war, und die dann gleich einige anwesende Ehrenamtliche anging und ihnen Vorwürfe machte, dass nichts für diesen jungen Mann getan werde, der doch so eifrig sei und nur etwas lernen und etwas aus sich machen wolle.

Tahsin versucht offensichtlich sich durchs Leben zu mogeln, seinen Charme bei denen auszuspielen, die darauf ansprechen.  Vielleicht hat er sogar damit Erfolg, wer weiß?  Er merkt wahrscheinlich nicht mal, dass er damit Menschen, die ihm eigentlich zu Anfang wohlgesonnen waren, vor den Kopf stößt.  Aber selbst wenn er es merken würde,  wäre es ihm vermutlich egal.  Es gibt ja anscheinend immer neue Leute, die auf ihn reinfallen.

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