Töngue twüster – Züngenbrächer

Wie erwähnt, war die letzte Lektion mit Umlauten gespickt.  Im Buch steht man soll die Lippen zum Küssen spitzen und ein E verlauten lassen, das ergäbe ein Ö, ein geküsstes I hingegen ein Ü.  Diese Anweisung funktioniert bei mir eher weniger, aber was weiß ich schon?  Deshalb schaue ich meine Schüler an, wie sie da sitzen, ihre Gesichter verziehen und … OOOOOOOO und UUUUUUU erschallen lassen!  Ich kann mir gerade noch das Lachen verkneifen.  Sie sehen alle ungemein possierlich aus!

Vokale in fremden Sprachen sind notorisch schwer.  Man braucht nur einem Deutschensprachigen zuzuhören wie er „burn“ („börn“) oder „bear“ (bär) sagt und  meistens hat er damit schon verraten, wo er herkommt.  Aber im Arabischen gibt es, soweit ich weiß, nur drei Vokale. Eine ganze Reihe Muhamads haben entdeckt, dass ihr Name in den deutschen Ausweispapieren als Mohammed transkribiert wurde, und jetzt, wo sie den Unterschied erkennen können, wollen sie es ändern lassen.  Ich wünsche ihnen viel Glück, sie werden es brauchen.  (Als mein Großvaters vom Land in die Stadt zog, wurde sein Nachname auch anders aufgeschrieben und wir Nachfahren leben nun  mit einem ei statt einem ai – da die Aussprache die gleiche ist, hat sich da aber meines Wissens nach niemand um eine Änderung bemüht.)

In Farsi (also im Persischen) soll es zwar 6 Vokale geben, aber die sprachliche Unterscheidung ist anders gelagert wie im Deutschen.  Und dann kommen noch Diphthonge ins Spiel. Die Lernenden erkennen zwar schriftlich den Unterschied zwischen Hose, Hase und Haus, aber mündlich klingt das alles gleich (beim Haus wird vorsorglich immer auch ein e als Schlusslaut angehängt).  Und weil sie den Unterschied kaum hören und folglich nicht sprechen, geht’s dann beim Schreiben auch durcheinander.

Meine Schwester kam mit einem lädierten Knie aus dem Skiurlaub zurück und Zamirah und Harun fragten, ob sie sie besuchen könnten.  Natürlich, sie wird sich bestimmt freuen, euch zu sehen!  Um sicher zu gehen, schickte Harun vor dem Besuch eine SMS an meine Schwester: „Du Hose?“  Sie hat ein bisschen gebraucht, bis sie das in „Bist du zuhause?“ übersetzt hatte.  Am nächsten Tag erzählte mir Harun davon, und ich dachte, ich sollte den Unterschied zwischen Hose und Haus kurz wiederholen.  Harun starrte eine Weile auf die Wörter an der Tafel. Und noch eine Weile.  Und plötzlich fing er an zu lachen.  Er konnte nicht aufhören und zwischen Lachern rief er immer wieder: „Entschuldigung. Entschuldigung!“

Es war so ein befreiender Moment.  Er sah den Humor und ich bin ziemlich sicher, dass ihm der gleiche Fehler nicht nochmal unterlaufen wird.

Uses her lips for a change

As I mentioned before, the last lesson was peppered with German umlauts.  In the book the instructions are to pucker up for a kiss and pronounce an E which should result in an Ö, a pursed I should result in an Ü.  These instructions don’t work too well for me, but what do I know?  So I’m looking at my students screwing up their faces and sounding … OOOOOOO and UUUUUUU!  It’s all I can do to keep from laughing out loud. They all look tremendously cute!

Vowels are notoriously difficult in a foreign language.  Listen to a German speaker pronounce “burn” or “bear” and it’s more often than not a dead give-away to his origins (most likely it will sound like “börn” and “bär”).  There are only three vowels in Arabic as far as I know.  Quite a few Muhamads have found their names transcribed as Mohammed in their German ID papers and now that they can hear and see the difference they want it changed.  Good luck to them! (When my grandfather moved from the countryside into town his last name was also written down differently and his descendants are saddled with an ei instead of an ai – although I don’t think anybody bothered to change it back since the pronunciation is the same.)

I’m told in Farsi (i.e. in Persian) there are six vowels but the distinction between them doesn’t correlate with German.  And then, of course, diphthongs are added in the equation.  The learners can see the difference between Hase (rabbit), Hose (pants), and Haus (house) when it is written down but pronunciation is something else, and then they add an e to Haus at the end.  And since they hardly hear a difference and hence don’t make one when speaking, they confuse the words even when writing.

My sister returned from her skiing holiday with an injured knee and when I told Zamirah and Harun about it they asked if it was okay to visit her.  Of course, she’d be happy to see you!  To make sure Harun send a text to my sister before arriving at her doorstep.  “Du Hose?” (= “You pants?”).  It took my sister a little while to work out that he must have meant: “Bist du zuHAUSE?”(“Are you at home / at your house?”)  Next day, Harun told me about the visit and I thought to recap the difference between Hose and Haus.  Harun stared at the words on the blackboard.  And stared some more.  All of a sudden he started to laugh.  He couldn’t stop and in between guffaws he exclaimed: “Entschuldigung, Entschuldigung! (“Sorry, sorry!”)

It was such a liberating moment.  He saw the humour and I’m pretty sure he’ll never make that same mistake again.

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