Wenn “ich hab’s doch gleich gesagt” sich nicht so richtig gut anfühlt – When “I told you so” doesn’t really feel all that good

My two “problem children” at the hotel are Mahmoud and Sami. Both were under 18 when they entered Germany and so they were lucky to be enrolled in a regular school doing a vocational preparation course.  They were elated when they were told last October, feeling that now Germany, if not the world, was their oyster.

Frustration set in soon enough.  They kept showing me their schoolwork – pages and pages of letters and words all of them carefully painted on paper but not really written.  They had learned to recite the alphabet by heart but could not string the letters together to make words, in other words: they did not learn to read.  Although they still showed me photos from their craft class and took pride in the projects they were doing I noticed a definite lack of enthusiasm for school only a few weeks after beginning.  Then I decided to go and see their teacher.

She was very friendly, very nice, and very confident that they knew exactly what they were doing at the school. She was delighted that somebody was taken an interest in Sami and Mahmoud and at the same time implied ever so subtly that she and her colleagues were the experts and I an amateur, a well-meaning one but an amateur nevertheless.  She also left me with the impression that she had no idea how to approach teaching a complete illiterate like Mahmoud (Sami can write Arabic, Mahmoud can’t), she just kept repeating that they have a good programme.  She pretty much shrugged off the fact that the boys had started to skip classes.

I managed to arrange for a language tutor for the boys and I know that Konrad has really dedicated himself to working with them, he knows how to handle them, sees them once a week for several hours, checks their homework and does additional assignments with them.  I also passed the task of keeping in contact with the school to Konrad.  I don’t know if it is due to his efforts or simply the fact that the teachers have realised that their first approach wasn’t working too well with students who have very little formal teaching experience.  Also, I suspect that by now there are more youngsters like Sami and Mahmoud and it warrants opening a special class.  Which is what has happened – they’ve both been transferred to a new alphabetisation class within the same school and they now have time until summer to learn reading and writing before joining next year’s vocational preparation class again. I can already see a change, particularly with Mahmoud who is excited again about going to school.

123 toll gemacht

Meine beiden „Problemkinder“ im Hotel sind Mahmoud und Sami. Beide waren noch keine 18 als sie nach Deutschland kamen und hatten deshalb das Glück, einen Schulplatz in der berufsvorbereitenden Klasse einer regulären Schule zu bekommen. Siefreuten sich riesig, als sie nach den Herbstferien anfingen, fühlten sie doch als stehe ihnen nun Deutschland, wenn auch nicht die Welt, offen.

Bald schon setzte allerdings der Frust ein.  Sie zeigten mir regelmäßig ihre Schularbeiten – Seiten und Seiten mit Buchstaben und Wörtern, die alle sorgfältig auf das Papier gemalt, nur leider nicht geschrieben waren.  Sie hatten das Alphabet auswendig gelernt, aber sie konnten die Buchstaben nicht verbinden und Wörter daraus machen, anders gesagt: sie lernten nicht lesen.  Obwohl sie mir immer noch Fotos aus ihrer Werkklasse zeigten und stolz auf ihre Projekte dort waren, merkte ich, dass ihre Begeisterung für die Schule schon wenige Wochen nach Schulbeginn stetig abnahm.  Deshalb beschloss ich, mit ihrer Lehrerin zu sprechen.

Sie war sehr freundlich, sehr nett, und voller Zuversicht in ihr Können und das Können ihrer Kollegen. Sie war entzückt, dass sich jemand um Sami und Mahmoud kümmerte, und gleichzeitig implizierte sie recht subtil, dass sie hier die Fachkräfte seien und ich nur ein Amateur, wohlmeinend, aber nichtsdestotrotz ein Amateur.  Sie machte auch auf mich den Eindruck, als ob sie keine Ahnung davon hätte, wie man mit einem richtigen Analphabeten wie Mahmoud umgeht (Sami kann arabisch schreiben, Mahmoud nicht), sie wiederholte nur mehrmals, dass sie mit einemguten Programm arbeiteten.  Dass die Jungs anfingen, Stunden zu verpassen, quittierte sie mit einem Schulterzucken.

Ich habe es geschafft, für die beiden einen Sprachpaten an Bord zu holen, und ich weiß, dass Konrad sich sehr engagiert um die beiden bemüht.  Er kann gut mit ihnen umgehen, sieht sie einmal in der Woche für mehrere Stunden, überprüft ihre Hausarbeiten und macht zusätzliche Übungen mit ihnen. Ich habe Konrad auch den Kontakt mit der Schule aufgedrückt  und weiß nicht, ob es ihm zu verdanken ist oder ob die Lehrer endlich gemerkt haben, dass sie ihre Methoden ändern müssen, wenn sie mit Schülern zu tun haben, die wenig formale Scchulbildung kennengelernt haben.  Ich vermute auch, dass es inzwischen mehr Jugendliche wie Mahmoud und Sami gibt, und es sich daher lohnt, eine Spezialklasse aufzumachen.  Und genau das ist geschehen – beide sind in eine neue Alphabetsierungsklasse eingeteilt worden und haben jetzt Zeit bis zum Sommer, um Schreiben und Lesen zu lernen, bevor sie im nächsten Schuljahr wieder in die berufsvorbereitende Klasse kommen. Ich kann schon jetzt eine Veränderung bemerken, vor allem bei Mahmoud, der sich wieder auf die Schule freut.

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