To scream or not to scream – Schrei’n oder nicht schrei’n?

Das Lehrbuch, das ich für den Alphabetisierungskurs benutze, kommt vom selben Verlag wie die Englisch-Lehrbücher, mit denen ich früher Englisch für Erwachsene unterrichtet habe.  Ich erinnere mich daran, dass ich hauptsächlich Teilnehmer von 50 Jahren aufwärts hatte.  Für viele lag die Motivation Englisch zu lernen oder aufzufrischen, darin, dass sie reisen wollten oder ihre Kinder nicht-deutschsprachige Partner hatten.  Die Themen der Bücher waren allerdings dahingehend ausgewählt, dass man von einer Gruppe Universitätsstudenten aus aller Herren Länder ausging, die in einer Metropole in Deutschland lebten. Anders gesagt, die tatsächlichen Lerner fanden die angesprochenen Themen weder interessant noch fanden  sie darin einen Bezug zu ihrem eigenen Leben.

Die Situation jetzt ist ganz ähnlich. Ich musste eine Lektion abhandeln, in der auf dem Unterschied zwischen U- und S-Bahn herumgeritten wird – eine Unterscheidung, die selbst in Städten, wo es beide System gibt, weder leicht zu machen noch wichtig ist (da die gleichen Gleise und Stationen genutzt werden).  Hier in der „Provinz“ sind wir froh, Busse und Straßenbahnen zu haben (die im Buch gar nicht erwähnt werden). Dies mag nur ein kleines Problem sein, aber wieder einmal entstehen aus der Unmöglichkeit, die Fakten den Lernern schnell und unkompliziert in ihrer eigenen oder einer gemeinsamen Drittsprache mitzuteilen, Missverständnisse und Frustrationen für beide Seiten.

Obwohl mir klar ist, dass des schwierig ist, ein Buch zu schreiben, das in unterschiedlichen Verhältnissen funktioniert, halte ich diese Beobachtungen für typisch.  Die Autoren von Alphabetisierungskursen scheinen oft zu übersehen, dass es nicht nur Kommunikationsmöglichkeiten fehlt, sondern auch, dass gerade diese Art von Schülern aus ihrem früheren Leben wenig Schulerfahrung mitbringen, was oft heißt, dass sie keine Vorstellung von den simpelsten grammatikalischen Konzepten haben.  Sie können Aufgabenstellungen nicht verstehen, weil ihnen das Vokabular fehlt.  Ich kann zeigen und durch Beispiele anleiten, aber das funktioniert nicht immer. Und um es deutlich zu sagen, die Bücher, mit denen ich arbeite, gehören zu den besseren.  Trotzdem entdecke ich immer wieder, solche fehlende Voraussicht im Material entdecke.  Frustrierend ist das!

128 wirr

The course books I am using for the alphabetisation class are from the same publisher as the English course books when I was still teaching English classes for adults. I remember teaching students mostly in their 50s or older.  For many the motivation to learn English or refresh their knowledge came from a wish to travel or because their children had married non-Germans.  The topics in the course books however, were always written on the assumption that a class consisted of a group of university-educated youngsters from all over the world living in a metropolitan German city.  In other words, the real-life learners thought that the topics were neither interesting nor did they relate to their experiences.

The situation now is quite similar.  I had to teach one lesson which kept going on and on about the differences between U-Bahn and S-Bahn (underground and  urban rail systems) – a distinction which even in cities where both systems exist is not all that easy or even important (since they use the same tracks and stations). Here in the “provinces” we are lucky to have busses and trams (not mentioned at all in the book).  Now this may be a minor problem but once again, the impossibility to explain these facts to the learners quickly and easily in their own language or at least a common third language creates misunderstandings and frustrations on both sides.

I understand the problem of writing course books which are adaptable to many different settings, yet, I find these observations symptomatic. The authors of alphabetisation books tend to overlook the fact that not only is there a lack of possible communication but that especially these leaners have had little formal schooling in their previous lives which often means that they have no understanding of even the most basic grammatical concepts. They cannot understand the tasks they are required to do because they lack the words. I can show and guide by example but this does not always work. Yet to be quite clear about it, the course books I use are amongst the better ones.  Nevertheless I keep noticing such lack foresight in the material. It’s frustrating!

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