Blut ist ein ganz besondrer Saft – Blood is quite a special juice

Salah would like to donate blood.  His motivation seems to be less altruistic (although there is that, too) but more of a belief that blood-letting will physically do him good.  Through Yasmin he explained to me that his doctor in Syria performed this on him on a more or less regular basis because his “blood is sluggish and needs to be more active”.

Naturally, I gave him the advice to check with a doctor about possible health benefits of blood-letting in his case.  I realise that this is not practical – there just aren’t that many Arab speaking doctors around.  I also promised him to  check out the situation of blood donations by refugees  with the Red Cross although I suspected the answer already.  I know that some of my British friends are pretty upset about the fact that they are not allowed to donate blood in Germany  because they might be mad cows, sorry: that they might be carriers of BSE.

The answer from the Red Cross was, as I expected, negative.  Yet for different reasons. Before giving blood one has to fill in a donor health check form.  This form is only available in German and a doctor will always do a follow up before you can donate blood.  This process is highly confidential and therefore the presence of a third person, even an interpreter, is not allowed.  There is the “confidential self-exclusion”, i.e. somebody may go through the whole process of donating blood but in the health check form tick the self-exclusion box and his or her blood will not be used for transfusions (it may be used for research purposes, though).  At first, this might seem somewhat absurd but when thinking about it it does make sense.  In cases where blood donations happen in groups or families there may be social pressure to donate and this might lead to somebody not disclosing that they are in one of the high-risk groups (e.g. having had unprotected sex with an unknown person, or being HIV positive).  This way they can save face and give blood without endangering others.

I can understand the reasoning behind this rule. Now to find a way to explain this to Salah. I think I will need a human translator because this is not something I want to trust to a programme – or my hands and feet.

 

143 mad cow

Salah möchte gerne blutspenden.  Seine Beweggründe sind nicht ganz selbstlos (obwohl ich diesen Aspekt nicht ausschließen will), sondern mehr darin gegründet, dass er denkt, dass ihm ein Aderlass gut tun würde.  Durch Yasmin erklärte er mir, dass sein Arzt in Syrien ihn mehr oder weniger regelmäßig dieser Prozedur unterzogen habt, weil sein „Blut zu dick ist und lebhafter werden soll“.

Selbstverständlich habe ich ihm den Rat gegeben, sich bei einem Doktor über den möglichen gesundheitlichen Nutzen in seinem Fall zu informieren.  Dass das etwas illusorisch ist, ist mir aber auch bewusst – so viele arabischsprechende Ärzte gibt es nun mal nicht.  Ich habe ihm auch versprochen, mich über Blutspenden von Flüchtlingen beim Roten Kreuz zu informieren, obwohl ich glaube, die Antwort schon zu kennen.  Ich weiß zum Beispiel, dass einige meiner britischen Freunde sich darüber aufregen, dass sie in Deutschland kein Blut spenden dürfen, weil sie wahnsinnige Rinder sein könnten, sorry: weil sie BSE-Überträger sein könnten.

Die Antwort vom Roten Kreuz war, wie erwartet, negativ.  Allerdings aus anderen Gründen.  Wenn man zum Blutspenden geht, muss man einen Spenderfragebogen ausfüllen.  Dieses Formular existiert nur auf Deutsch und ein Arzt spricht vor der Blutentnahme mit dem möglichen Spender darüber.  Dieses Verfahren ist vertraulich, und deshalb ist die Anwesenheit einer dritten Person, auch eines Übersetzers, nicht erlaubt.  Es gibt den „vertraulichen Selbstausschluss“, d.h. jemand kann durch die ganze Prozedur des Blutspendens gehen, aber in dem Spenderfragebogen die Ausschlussklausel ankreuzen, und dann wird sein/ihr Blut nicht für Transfusionen benutzt (es kann allerdings von der Forschung genutzt werden).  Dies scheint auf den ersten Blick vielleicht absurd, aber wenn man darüber nachdenkt, macht diese Vorgehensweise Sinn.  Wenn z.B. Gruppen oder Familien zusammen Blutspenden, könnte der soziale Druck dazu führen, dass Menschen gegen besseres Wissen mitmachen, weil sie nicht zugeben wollen, zu einer Risikogruppe gehören (z.B. weil er/sie vor kurzem ungeschützten Sex mit einer unbekannten Person hatten oder weil er/sie HIV positiv ist).  Auf diese Weise können sie ihr Gesicht wahren und ohne jemanden zu gefährden blutspenden.

Ich kann diese Gedanken nachvollziehen.  Jetzt muss ich nur noch einen Weg finden, sie Salah zu vermitteln.  Ich glaube, ich brauche einen menschlichen Übersetzer, das ist nicht etwas, das ich einer Maschine – oder meinen Händen und Füßen – überlassen will.

 

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s