Jua: jung und anpassungsfähig – Yaf: young and flexible

We have reached the final missing letter in the alphabet.  Y is the least common letter in the German language, the words where it occurs are usually of foreign origin.  It’s most uncommon as the first letter in a word and the authors of the textbook only came up with “Yoga”.  I would have preferred “Yacht” or maybe “Yeti” but fair enough.  It is a bit more common as a last letter and here the authors introduced “das Handy”, “die Party” und “das Hobby”.  “Handy” is an unfortunate pseudo-Anglicism referring to a mobile phone (which one holds in one’s hand hence the name which has nothing at all to do with being handy) and there exist a couple of jokes about it but the word is unfortunately now well entrenched in German.  I would have rather added the word “baby” instead but I wasn’t asked.

Once again I am reaching the limits of what I can communicate because I cannot use a simple translation.  How does one explain the concept of a “hobby”?  I tried with: an activity which is fun.  And when I asked: “What do you like doing?” Sharif answered logically consistent: “I like working.”  New attempt: an activity which is fun and is not work.  Things aren’t made easier by the fact that “fun” is a newly introduced word as well as “liking to do something”.  I try to give examples – but the only ones they seem to understand and accept easily are from sport.  Everything else are useful activities (like reading, knitting, cooking, etc.) which one can like or not – but a hobby? If I wanted to nit-pick then even “listening to music” or “singing” (if it doesn’t happen in choir or band) are not really a hobbies but rather pastimes.

In this way the linguistic limits are magnified by cultural limits.  How do you explain “going for a walk” to someone who never walked for enjoyment?  One walks to a place because one needs to get there.  The walk might be pleasant or not but it has a purpose.  Just walking for the sake of walking is alien to many cultures.

Certainly, language classes automatically also teach about culture but it becomes harder the more common ground is missing.  I can deal with lack of language, I can deal with lack of cultural understanding, I can deal with lack of grammatical and theoretical knowledge – but if they all meet it becomes an uphill battle.  And more and more I get the sneaking suspicion that the textbooks have been devised at least partically with little consideration for the people who make up the majority of learners of German today or rather, that the authors still have an ideal group of students in their mind – students who happen not to know German but who are otherwise young and flexible, well informed and fairly well educated. Especially in alphabetisation classes this is a fallacy.

159 fence

Wir sind endlich beim letzten Buchstaben des Alphabets, der noch fehlt, angelangt. Y als Anfangsbuchstabe ist im Deutschen selten und das einzige Wort, das die Autoren des Lehrwerks als Beispiel bringen, ist Yoga. Nun ja, mir wäre noch Yacht eingefallen, eventuell auch Yeti, aber meinetwegen. Verbreiteter ist das y am Ende eines Wortes, dazu fiel den Autoren das „Handy“ ein (durchaus gebräuchlich und wohl auch im Lebensumfeld der Menschen zu finden, dennoch, wie ich finde, ein doofes Wort, das ich generell zu vermeiden versuche), die Party und das Hobby.  Ich hätte ja irgendwo das Wort Baby eingebaut, aber mich hat keiner gefragt.

Wieder einmal stoße ich aber an die Grenzen dessen,  was ich kann vermitteln kann, da ich nicht einfach auf eine Übersetzung zurückzugreifen kann.  Wie erkläre ich meinen Schülern das Wort „Hobby“?  Ich versuche es mit:  eine Beschäftigung, die Spaß macht.  Auf die Frage: „Was machst du gern?“ antwortet mir Sharif dann folgerichtig: „Ich arbeite gerne.“  Versuch einer neuen Definition: eine Beschäftigung, die Spaß macht und keine Arbeit ist.   Es wird nicht einfacher dadurch, dass „Spaß“ ebenfalls ein gerade neu erlerntes Wort ist, genauso wie „etwas gern machen“.  Ich versuche Beispiele zu geben – sie verstehen und akzeptieren eigentlich nur Beispiele aus dem Sportbereich.  Alles andere sind nützliche Tätigkeiten (z.B. lesen, stricken, kochen, usw.), die man gern macht oder nicht, aber ein Hobby? Wenn ich pingelig wäre, würde ich ja sagen, dass „gern Musik hören“ oder „singen“ (wenn es nicht gerade in einer Band oder einem Chor ist) keine Hobbys sind, sondern Zeitvertreibe.

Hier werden sprachliche Grenzen durch kulturelle Grenzen verstärkt.  Wie erklärt man jemandem, der noch nie aus Vergnügen gelaufen ist,  was „spazieren gehen“ bedeutet? Man geht irgendwohin, weil man dort hin muss.  Der Gang mag angenehm sein oder nicht, aber er hat ein Ziel.  Zu gehen nur um des Gehens Willen ist vielen Kulturen fremd.

Sicherlich wird im Sprachunterricht automatisch auch Kultur vermittelt, aber es wird schwerer, je weniger Gemeinsamkeiten es gibt.  Ich kann mit der fehlenden gemeinsamen Sprache umgehen, ich kann mit dem fehlenden Kulturverständnis umgehen, ich kann mit fehlendem grammatischen oder Allgemeinwissen umgehen – aber wenn das alles zusammenkommt, wird es zäh. Und je länger ich damit zu tun habe, desto mehr kommt mir der Verdacht, dass das Lehrwerk zum Teil an den Schülern, die heute die Mehrheit der Deutschlernenden stellen, vorbeikonzipiert wurde bzw. dass die Autoren noch immer von einer idealen Lerngruppe ausgehen, bestehend aus Schülern, die zwar kein Deutsch können, aber in allen anderen Belangen jung und anpassungsfähig, gut informiert und gebildet sind.  Besonders in Alphabetisierungskursen ist das ein Trugschluss.

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