Zuviel Haut und Knubbelknie – Too much skin and knobbly knees

It was hot last week.  And humid. I stood in the classroom and I could feel droplets of sweat coursing down my spine and collecting below my waistband.  The male participants sat in front of me in Bermuda shorts and thin shirts or t-shirts, the females wore long pants, long-sleeved blouses and all except for Zamirah head scarves.

Naturally I think about what to wear every morning when I stand in front of my wardrobe.  At the very beginning, when the first volunteer language courses were organised, the topic came up: what to wear in class?  Should one take possible Arab or Afghan-Iranian sensibilities into consideration?  The general consent was: no, of course not.  At the same time, obvious assumptions were mentioned: nobody would stand in front of a German-only class in a see-through blouse or low-rise pants with a string tanga showing, either.

Like it often happens, things became mundane pretty fast.  I never thought about clothes in terms of my students, and I think others didn’t either.

Until I sweated so much last week.  And thought about what to wear next morning.  Mini-skirt and sleeveless top? I didn’t think whether wearing a sleeveless top was flattering to my butterfly wings or whether a longer skirt would be more becoming, it wasn’t even whether I’d possibly look provocative or sluttish to my students but whether I could show them what normal dress in Germany means.  Whether they (i.e. the women) accept this for themselves, even only partially, is up to them.  They are noticing a lot more skin on people compared to what they are used to from back home, yet mostly from strangers.  And it is somewhat different if somebody whom they know and I think respect dresses in a way appropriate to the weather and their own mood.  In other words, I wear exactly what I would normally wear in public. But possibly a little more self-reflexive.

161 skirt

Letzte Woche war es heiß. Und es war schwül. Ich  stand in der Klasse und ich konnte fühlen, wie mir Schweißtropfen den Rücken hinunter in den Hosenbund liefen.  Die Kursteilnehmer saßen vor mir in Bermudashorts und dünnen Hemden oder T-Shirts, die Kursteilnehmerinnen in langen Hosen, Blusen mit langen Ärmeln und alle, außer Zamirah, mit Kopftuch.

Natürlich überlege ich mir morgens vorm Kleiderschrank, was ich anziehe.  Ganz am Anfang, als die ersten ehrenamtlichen Kurse organisiert wurden, wurde kurz besprochen, was man als Lehrerin anziehen soll.  Sollte man auf die eventuellen arabischen oder iranisch-afghanischen Gefühle der Schüler Rücksicht nehmen?  Konsensus war: nein, natürlich nicht. Gleichzeitig aber wurde auch Selbstverständliches erwähnt – auch vor eine rein-deutschen Klasse würde man sich nicht in einer durchsichtigen Bluse oder mit einer Hüfthose, aus der der Tanga herausblitzt, hinstellen.

Wie so vieles wurde das alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wurde.  Wie bei vielem anderen trat ganz schnell Normalität ein.  An Kleidung dachte ich nie mehr mit Bezug auf den Unterricht, ich glaube, anderen ging es ebenso.

Bis ich letzte Woche schwitzend da stand.  Und mir am nächsten Morgen überlegte, ob ich einen Minirock und ein ärmelloses Top tragen sollte.  Die Überlegungen waren nicht, ob ein ärmelloses Shirt bei meinem Butterfly-Armen vorteilhaft, ein etwas längerer Rock vielleicht kleidsamer sei, auch nicht, ob ich darin vielleicht aufreizend oder schlampig wirken könnte, sondern ob ich den Kursteilnehmern damit zeigen kann, was in Deutschland normal ist.  Ob sie (d.h. die Frauen) das für sich vielleicht teilweise annehmen oder nicht, ist ihre Sache.  Sie sehen jetzt im Sommer ja überall viel mehr Haut, als sie es von zuhause gewöhnt sind, meist aber bei Fremden.  Es ist doch ein bisschen anders, wenn jemand, den sie kennen und, wie ich denke,  auch respektieren, sich so, wie es dem Wetter und der eigenen Laune entspricht, kleidet. Mit anderen Worten: ich trage genau das, was ich auch sonst in der Öffentlichkeit tragen würde.  Vielleicht nur mit ein wenig mehr Selbstreflexion.

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