Heat and memories – Hitze und Erinnerungen

Ich wollte mir heute eine Abaya kaufen (für diejenigen, die nicht wissen, was das ist – es ist das Kleidungsstück, das Frauen auf der arabischen Halbinsel in der Öffentlichkeit tragen und das in jeder Farbe zu haben ist, vorausgesetzt es ist schwarz).

Ich hatte mir einen perfekten Tag für diesen Shopping-Trip ausgesucht.  Es war heiß, 35° C sengende Hitze, überhaupt nicht schwül, keine einzige Wolke am leuchtend blauen Himmel.  Als ich so gegen 14 Uhr durch die Straßen der Mannheimer Quadrate lief, gab es kaum Schatten, und in den Straßen dieses Viertels, zwischen den hauptsächlich türkischen und arabischen Läden, fühlte ich mich fast so, als wäre ich zurück im Geschäftsviertel von Al Khobar.

Der erste Laden, den ich betrat, gab es eine Menge bodenlanger Gewänder in verschiedenen Farben mit langen Ärmeln, jedoch keine Abayas. Im nächsten Laden hatten sie Kleider, die als Abaya durchgehen könnten, aber eigentlich nicht dünn genug waren, und zudem wollte mich die Verkäuferin davon überzeugen, dass Frauen in Saudi Dunkelrot und –blau und –grün trügen.  Ich weiß nicht, ob sie mir glaubte, als ich ihr sagte, dass das sicher nicht der Fall sei.  Ich war ein bisschen entmutigt und dachte mir, dass ich das, was ich suchte, sowieso nicht finden würde, schon gar nicht zu einem akzeptablen Preis.  Das billigste Kleidungsstück kostete über 80 Euro und das ist einfach lächerlich.

Aber ich hatte nur vergessen, wie man in Arabien einkauft!

Ich sah noch einen Laden und entschied, dass dies mein letzter Versuch sein würde.  Die Verkäuferin war eine junge, sehr hübsche arabische Frau, die einen Hijab in einer wunderschönen blaugrauen Farbe trug und akzentfrei Deutsch sprach.  Sie war an diesem Nachmittag die erste Person, die sofort wusste, was ich suchte, und mich zu einem Kleiderständer mit Abayas führte (die tatsächlich fast alle schwarz waren).  Sie waren elegant und aus dünnem Stoff, und so schön, wie ein im Prinzip hässliches, schwarzes Kleid eben sein kann.  Sie waren mit 60 Euro das Billigste, was ich an diesem Tag gesehen hatte, aber es war mir immer noch zu teuer für ein Kleidungsstück, das ich wahrscheinlich nur einmal tragen werde.  Ich sagte ihr das und wollte mich verabschieden, als sie mich über den 20% Nachlass informierte.  Immer noch um die 48 Euro, überschlug ich,  immer noch zu teuer.  Ich wollte gar nicht handeln, ich hatte nur entschieden, dass ich die Abaya nicht kaufen wollte.  Was natürlich genau die richtige Einstellung ist, wenn man einen Preis runterhandeln will.

Ich hatte vergessen oder nie begriffen, dass ich nicht mehr so richtig in Deutschland war.  Meine standhafte Weigerung, höflich vorgebracht und mit Nettigkeiten verbrämt, senkte den Preis auf 25 Euro.

Manchmal fehlt mir Saudi Arabien, das hatte ich auch vergessen.

183 abaya

I went shopping for an abaya today (for those who don’t know – that’s the garment worn by women on the Arab peninsula in public, which can come in any colour as long as it is black).

I picked the perfect day for this shopping trip.  It was hot, 35°C baking hot, not humid at all, with a bright blue sky and nary a cloud in sight.  As I walked the streets of the Mannheim, there was little shade to be had at two in the afternoon and amongst the mostly Turkish and Arab shops of the this particular area I could almost feel myself back in downtown Al Khobar.

The first shop I entered had a lot of floor length garments in various colours with long sleeves but no abayas.  The next shop had dresses that could work as abayas but they were really not thin enough and the saleslady wanted to convince me that the colours dark red and blue and green are worn by Saudi women. I don’t know if she believed me when I told her that this was definitely not the case.  I got a bit frustrated and thought I might not find what I was looking for, certainly not for an acceptable price. The cheapest garment was going for over 80 Euro and that is plain ridiculous.

But I had only forgotten how to shop in Arabia!

I saw one more shop and decided that this would be my last try.  The shop assistant was a young, beautiful Arab woman, wearing a hijab in a beautiful greyblue colour, who spoke German without the trace of an accent.  She was the first person this afternoon who knew immediately what I wanted, led me to a rack of abayas (most of them actually black).  They were elegant and thin, and as nice as a basically ugly black dress can be.  The price at 60 Euro was the cheapest I had seen all day but still too much for something I’d probably wear only once.  I told her that and wanted to take my leave when she informed me about the 20% discount.  I did the math in my head – still around 48 Euros, still too expensive for me.  I wasn’t trying to haggle, I just didn’t want to buy the abaya.  Which is of course the right way to haggle.

I’d forgotten or had never realised that I wasn’t quite in Germany anymore.  My steadfast refusal, polite as it was and gilded with pleasantries brought the price down to 25 Euro.

Sometimes I miss living in Saudi, that’s also something I had forgotten.

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4 thoughts on “Heat and memories – Hitze und Erinnerungen

    1. Schrieb ich das nicht? 25 Euro. Ironisch ist, dass es die schönste Abaya ist, die ich je besessen habe. Wie Lothar sagte, die ist nicht so viereckig wie die früher.

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