Give and take – Geben und Nehmen

Mustafa ist der einzige türkische Geflüchtete, den ich bis jetzt getroffen habe.  Er war unter den ersten, die im Hotel ankamen.  Ich habe nie verstanden, warum er in einem der Alphabetisierungskurse  gelandet ist, da er als Türke das lateinische Alphabet sicherlich kennt, aber da war er.   Freundlich, immer lächelnd, und ziemlich gelangweilt.  Ich lernte ihn ein wenig kennen, als ich in seiner  Klasse Vertretung machte.

Er hatte bald einen Job in einem der Dönerläden in der Stadt gefunden und jedesmal, wenn ich dort vorbei gehe, werde ich mit einem Lächeln begrüßt.  Ich sehe ihn auch beinahe jeden Morgen, wenn er zur Arbeit geht, weil er sein Fahrrad unter dem Klassenzimmerfenster abstellt. Wir wechseln normalerweise ein paar Nettigkeiten und er fährt los.

Gestern wollte meine Familie mal wieder Döner essen und als mein Sohn und ich den Laden betraten, strahlte Mustafa uns an.  „Kaffee oder Tee? Ein Espresso?“ fragte er und wir bekamen gleich zwei Tassen vor uns hingestellt.  Ich dachte, wie schön es ist, wie ein Stammkunde behandelt zu werden.

Als unsere Bestellung fertig war, deutete der Chef des Ladens auf Mustafa und sagte: „Der junge Mann kümmert sich um die Rechnung.“  Ich nahm an, er wollte damit sagen, dass Mustafa an die Kasse dürfte.  „Wieviel bekommen Sie?“ fragte ich, aber er nahm kein Geld von mir. Ich versuchte zu zahlen, aber er ließ mich einfach nicht und mir wurde klar, dass ich ihn beleidigen würde, wenn ich es weiterhin versuchen würde.

In meinem Bedürfnis, mich zu revanchieren, fühle ich mich sehr deutsch.  Aber er hatte offensichtlich Vergnügen daran, mir etwas zu geben, ausnahmsweise einmal nicht Empfänger zu sein.  Ich denke, ich muss lernen, Großzügigkeit anzunehmen.

186 germab´n

Mustafa is the only Turkish refugee I have met so far.  He was amongst the first ones to arrive at the hotel.  I never understood why he ended up in the one of the alphabetisation classes (not mine, though) since being Turkish he obviously knows the Latin alphabet but there he was.  Friendly, always smiling, and really bored.  I got to know him a little bit when I subbed in his class.

He managed to get a job in one of the town’s döner shops pretty early on and whenever I pass he always greets me with a ready smile.  I see him almost every morning when he goes off to work because he parks his bicycle outside the classroom windows.  We usually exchange a couple of pleasantries and off he goes.

Yesterday my family wanted döner for dinner and when my son and I stepped in the döner shop, Mustafa’s face lit up.  “Coffee or tea? Espresso?” he asked and we were served as soon as we sat down.  Nice to be welcomed like a favourite customer, I thought.

When our order was ready, the boss of the place pointed to Mustafa and said: “The young man is taking care of the bill.” I assumed he meant that Mustafa was now allowed to operate the cash register.  “How much do I owe you?” I asked but he didn’t take any money.  I tried to pay but he just wouldn’t let me and I realised that he’d be offended if I kept insisting.

I feel very German in my desire to pay him back.  But he obviously enjoyed giving something to me, for once not to be a recipient.  I guess I have to learn to accept generosity.

 

 

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