Wer nicht überzeugen kann, soll wenigstens Verwirrung stiften. – If you can’t be convincing you can at least try to create confusion.

Three weeks ago Tarek and his wife Latifa received a letter that they and their two children would be collected the following Tuesday and brought to a registration centre.  They should be prepared to spend several days there.  Nobody knew if this was good or bad.  The idea of the registration centres is that arriving asylum seekers can go through the whole process – from the first registration and the health check to submitting their asylum application and first hearings – in the span of a week or less.  But there are rumours about summary procedures in which the interviews are conducted in short succession resulting in an immediate decision.  Fears that the family would get a negative reply and be almost instantly deported were contrasted by the pressing questions of other refugees when they would receive a letter because they understood the procedure as chance.

Tarek and his family  have returned after a mere two days.  Although they had also been to the registration place in Karlsruhe in May they – unlike the others – had not received their residence title (an interim status between the application and the granting – or not – of asylum), and that was probably the reason why they were called to the registration centre.  It’s a load of my mind for the moment because I knew that something was fishy with Tarek’s papers; on one of the German forms it said that he was from Iraq which is of course not true as he came from Afghanistan via Iran.  Possibly this was just a simple typo made worse by missing documents.

The mixture of stubborn bureaucracy and expediency where it can’t be helped leads to wrong information and rumours amongst refugees and volunteers alike.  And this in turn grows into uncertainty and ends in a general mistrust of official procedures and decisions.

 

— Since I am writing about returners and some people have asked me about him: Mamdhu is back. He was apparently holed up in town, in a flat whose owner had given him the keys and permission to stay while he was on holiday.  His reasons for disappearing were a combination of needing to think and being ashamed about his actions (which were not more than stupid prank).  But we are all glad that he is back safe and sound.

187 verwirrung

Vor drei Wochen bekamen Tarek und seine Frau Latifa eine Mitteilung, dass sie und die zwei Kinder am folgenden Dienstag mit einem Bus abgeholt und zu einem Registrierungszentrum gebracht würden.  Sie sollten sich darauf einstellen, dass sie mehrere Tage dort bleiben würden.  Niemand wusste, ob das etwas Gutes oder Schlechtes bedeutete.  In einem Registrierungszentren sollen ankommende Asylsuchende das ganze Verfahren – von der Erstregistrierung über den Gesundheitscheck bis zum Stellen des Asylantrags und ersten Anhörungen – in einer knappen Woche durchlaufen.  Es wird aber auch von „Schnellverfahren“ gemunkelt, in denen die verschiedenen Befragungen zum Asyl kurz hintereinander durchgeführt werden und danach sofort eine Entscheidung über den Antrag gefällt wird.  Befürchtungen, dass die Familie einen negativen Bescheid bekommen und vielleicht nur ganz kurz zum Packen vor der Abschiebung zurückkommen würde, standen den drängenden Fragen der anderen Flüchtlinge gegenüber, die den Prozess als eine Chance sahen und fragten, wann sie so eine Mitteilung erhielten.

Tarek ist mit seiner Familie bereits nach zwei Tagen zurückgekommen.  Obwohl auch sie im Mai einen Tag lang in der Landeserstaufnahmestelle in Karlsruhe waren, hatten sie danach nicht wie die anderen ihre Aufenthaltsgestattung erhalten (ein Zwischenstadium zwischen der Stellung eines Asylantrags und der Anerkennung – oder nicht – als Asylberechtigter), und wahrscheinlich war das der Grund, warum sie ins Registrierungszentrum mussten.  Mir ist damit erstmal ein großer Stein vom Herzen geplumpst, denn ich wusste, dass irgendwas mit Tareks Papieren faul war; so steht auf einem der deutschen Formulare, dass er aus dem Irak käme, was nicht stimmt, denn er ist über den Iran aus Afghanistan gekommen.  Vielleicht ein simpler Schreibfehler, der durch fehlende Unterlagen verschlimmert wurde.

Die Mischung aus starrer Bürokratie und Zweckdienlichkeitserwägungen führt zu Fehlinformationen und Gerüchten unter den Flüchtlingen wie auch den ehrenamtlichen Helfern.  Und das führt zu Verunsicherungen und endet im allgemeinen Misstrauen gegenüber amtlichen Wegen und Entscheidungen.

— Und weil ich gerade von Rückkehrern schreibe und mich auch einige nach ihm gefragt haben: Mamdhu ist wieder da.  Er hatte sich in eine Wohnung, von dessen Besitzer er Schlüssel und Erlaubnis zum Übernachten hatte, zurückgezogen.  Die Gründe für sein Verschwinden waren eine Kombination aus in Ruhe nachdenken zu können und sich wegen seiner Aktion zu schämen (die nicht mehr als ein dummer Streich war).  Aber wir sind alle froh, dass er wohlbehalten wieder aufgetaucht ist.

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