To blog or not to blog

When I started to blog my motivation was to share experiences I had with refugees with my English and German speaking friends.  I also wanted to counter the negative, uninformed agitation I was reading with something that was honestly positive; at least I hoped it would be mainly positive.  I used aliases from the start but at first I thought this was barely necessary since I wrote for readers who had few possibilities to compare my fiction with my reality. My friends (aka readers) didn’t know my characters (aka volunteers and refugees).

This has since changed. Some volunteers who know the local conditions are reading the blog now and will notice when I am not honest. On the one hand, this is a good control mechanism and often makes me think twice before publishing a piece but it also inhibiting.  Many a swearword and bitchy remark has been edited out or at least toned down.

This has changed the premise.  I write about people who are not really anonymous, not in this small circle here.  My reports are not objective, they cannot be as there is no unbiased, neutral writing.  I write therefore I evaluate – although I try not to pass judgement.  As much as I enjoy poignant writing I don’t like direct confrontation in real life.  I sense the dichotomy: I like to bitch in earnest from a distance or jokingly in somebody’s face.  The intermediate stage of a blog is not really my thing.

And now, yet another audience is emerging.  Since I link the blog entries on facebook and some of my students as well as some other refugees are in contact with me there it happens occasionally that they “like” these posts.  They cannot yet read most of what I am writing, of course, but they are by no means stupid and do realise that I am writing about them.  Since they don’t know what I write they cannot defend themselves.  Which puts me in a bind: to treat them with respect and watch out for them at the same time, to be fair but not uncritical, honest without being judgemental. I cannot make them a laughing stock for the sake of a punchline but still share the funny moments (of which there are many). I need to face them in the future when they will be able to read what I have written.  It is a standard I had not reckoned with when I started blogging.

Felsenmeer

Als ich anfing, diesen Blog zu schreiben, war meine Motivation, meine Erfahrungen mit den Geflüchteten mit meinen englisch- und deutschsprachigen Freunden zu teilen.  Ich wollte der negativen, uninformierten Hetze auch etwas ehrlich Positives entgegenstellen; jedenfalls hoffte ich, dass es hauptsächlich positiv sein würde. Ich benutzte von Anfang an Pseudonyme, obwohl ich das kaum für nötig hielt, da ich für Leser schrieb, die kaum die Möglichkeit hatte, meine Fiktion an meiner Realität zu messen.  Meine Freunde (d.h. Leser) kannten meine Charaktere (d.h. Ehrenamtliche und Flüchtlinge) nicht.

Das hat sich inzwischen geändert.  Es lesen inzwischen einige ehrenamtliche Helfer mit, die merken, wenn ich nicht ehrlich bin. Das ist einerseits eine gute Kontrolle, die mich zwingt, gründlich nachzudenken, bevor ich ein Stück veröffentliche, aber es hemmt mich auch. Manches Schimpfwort und manche Lästerei habe ich deswegen gestrichen oder abgeschwächt.

Dadurch haben sich  die Voraussetzungen geändert. Ich schreibe über Menschen, die zumindest in dem kleinen Kreis hier nicht wirklich anonym sind.  Meine Schilderungen sind nicht objektiv, sie können es gar nicht sein, denn es gibt kein wertfreies, unvoreingenommenes Schreiben.  Indem ich scheibe, beurteile ich -auch wenn ich versuche, nicht zu verurteilen.  So gern ich schriftlich gern scharf formuliere, so ungern gehe ich im realen Leben auf Konfrontationskurs.  Ich empfinde da in einem Zwiespalt: ich spotte gern aus der Distanz oder ich lästere mit einem Augenzwinkern in jemandens Gegenwart.  Das Zwischenstadium eines Blogs ist meine Sache eher nicht.

Nun kommt jedoch ein neues Publikum dazu.  Da ich die Blog-Einträge auf Facebook verlinke und einige meiner Schüler sowie auch andere Geflüchtete mit mir dort Kontakt haben, geschieht es immer wieder einmal, dass sie einen solchen Beitrag mit einem „like“ kennzeichnen.  Sie können zwar noch lange nicht alles lesen, was ich schreibe, aber sie sind nicht dumm und verstehen durchaus, dass ich über sie schreibe.  Da sie nicht wissen, was ich schreibe, können sie sich nicht wehren.  Das legt mir eine Verpflichtung auf: mit ihnen gleichzeitig respektvoll und pfleglich umgehen, fair sein, aber nicht arglos, ehrlich, aber nicht überheblich. Ich darf sie nicht um einer Pointe Willen der Lächerlichkeit preisgeben und trotzdem die lustigen Momente (von denen es viele gibt) teilen.   Ich muss ihnen in der Zukunft, wenn sie verstehen können, was ich geschrieben habe, gegenübertreten können.  Das ist ein Richtmaß, mit dem ich nicht gerechnet hatte, als ich anfing zu bloggen.

 

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