And what did the teacher learn? – Und was hat die Lehrerin gelernt?

Und jetzt ist es vorbei.  Am vergangenen Donnerstag war die letzte Unterrichtsstunde. Als stilvollen Abschluss gab es einen richtigen Kaffeeklatsch mit allen noch verbleibenden Teilnehmern und auch Tareks Frau, Latifa und ihren beiden Kleinen, Halim und Zahit, waren da.  Ich wurde mit Blumen überhäuft und so fröhlich, das Beisammensein war, alle fragten mich immer wieder, wie es nun mit ihrem Deutschlernen weitergehe.  Was ich nicht richtig beantworten kann, obwohl sich inzwischen ein paar Alternativen für sie aufgetan haben.  Und es war sicherlich kein Abschied, weil ich vorhabe, mit allen in Kontakt zu bleiben.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen und für mich selbst zusammenfassen, was erfolgreichen Unterricht, besonders Alphabetisierungsunterricht, ausmacht. Da ich bald einer neuen Klasse beibringen werde, wie man lateinische Buchstaben schreibt und anfängt, Deutsch zu sprechen, will ich aufschreiben, zu welchen Erkenntnissen ich im vergangenen Jahr gekommen bin.

Ich bin ein Verfechter von strukturierten Lerninhalten.  Einige der Ehrenamtlichen, die Flüchtlingen beim Deutschlernen unterstützen, haben eine offenere Herangehensweise gewählt – sie warten ab, wer an einem bestimmten Tag auftaucht und entscheiden dann, was gerade an Unterricht gebraucht wird.  Ihre Vorbereitungen treffen sie über bestimmte Themen, aber ohne dass diese unbedingt aufeinander aufbauen.  Zumindest verstehe ich ihre Methode so.  Ursprünglich hat man sich wohl auf diese Vorgehensweise geeinigt, weil die Ehrenamtlichen flexibel bleiben und auf die Bedürfnisse der Lernenden eingehen wollten.  Ein Resultat davon ist, zumindest meiner Meinung nach, dass die Teilnahme eher willkürlich ist, da keine direkten Nachteile entstehen, wenn man eine Stunde verpasst.

Meine Vorgehensweise war von Anfang an eine andere.  Ich erinnere mich daran, wie ich nach strukturiertem Lehrmaterial gesucht habe, immer mit dem Gefühl, dass es so etwas geben müsste und ich jedoch jeden Tag das Rad neu erfinden musste.  Nachdem ich endlich ein für mich brauchbares Gerüst gefunden hatte, konnte ich mir erlauben, im Unterricht viel flexibler zu werden – was nur auf den ersten Blick ein Widerspruch ist.

Deshalb werde ich nie mit einem „offenen Sprachtreff“-Konzept arbeiten.  Die einfachste Art eines aufbauenden Kurses ist einfach ein in Buchform erschienenes Lehrwerk zu nehmen, aber das ist nicht notwendig, solange man den Plan den Lernenden kommunizieren kann.  Wie streng man sich dann an diesen Plan hält, steht auf einem anderen Blatt, und hier bin ich eindeutig auf Seiten der Flexibilität.  Darauf achten, wie die Schüler reagieren, wie gut sie verstehen und wie gut sie mitkommen, ist essentiell für das Gelingen.  Meine Kursteilnehmer beschwerten sich öfter, wenn ich eine Übung ausließ oder die Reihenfolge variierte, und ich musste ihnen klarmachen, dass das eine bewusste Entscheidung meinerseits war.  Es zeigte aber, dass sie das Konzept verstanden hatten und ihren Fortschritt auch bewerteten.

192-struktur

And now it’s over.  Last Thursday was the final class.  We had a proper “Kaffeeklatsch” to finish in style, with all the remaining participants as well as Tarek’s wife Latifa and the two little ones, Halim and Zahit. I was showered with flowers and although it was a cheerful get-together they kept asking me rather anxiously how their German classes would be organised from now on.  Which I can’t answer properly although some alternatives have opened recently.  And it certainly wasn’t a farewell as I am planning to keep in touch with all of them.

But I would like to take this opportunity and sum up for myself what I think makes a successful language course, particularly an alphabetisation course. Since I will be teaching a new class soon how to write Latin letters and teach them to start speaking German I want to write down what I have learned during the past year.

I am an advocate of structure of content.  Some of the volunteers who are helping refugees with German have opted for a more open approach – they wait who shows up for class and then decide what is needed on the day.  They prepare for specific topics, teaching modular rather than in a linear fashion.  At least, this is how I understand their method.  Originally, this came about because the volunteers wanted to be flexible and react to the needs of the learners.  As a result of this, at least according to my mind, is that attendance is very haphazard as there are no immediate disadvantages if one misses a lesson.

My approach was different from the start.  I remember searching for a structured programme in the beginning and feeling that there had to be one yet I ended up improvising and reinventing the wheel on a daily basis.  Once I had found a framework which proofed useful for me, I could be much more flexible in class – which is contradiction only at first glance.

Consequently, I would never work within an “open language class”.  The easiest way, of course, is to follow a book or a set of books but that is not necessary as long as one is able to communicate the plan to the learners.  How strict one then adheres to that plan is an entirely different question and here I am clearly advocating flexibility.  Observing how the students react, how well they understand and how they are progressing is vital for the success.  My course participants sometimes complained when I skipped an exercise or when I changed the order of exercises and I had to explain that this was a conscious decision on my part.  It showed me, though, that they had understood the concept and were evaluating their own progress.

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