Wahlpflichtfach – Compulsory optional

It seems only natural that the students come to me with letters they have received but don’t understand.  These letters are usually from one or the other official place and generally written in such officalese that even native German speakers have to difficulty in understanding them.

Of course, it is Murphy’s law that Ronî – the one student who I have the most difficulty in communicating – is the first one in this class to show me such a letter.  He is requested to attend an integration course – or else 10% will be docked of his living allowance.  I tried in vain to let him know that he needs to go to the office and see the person who sent the letter.  The idea itself is absurd since Ronî would not be able to take part successfully in an integration course since he is illiterate not only in German but in Arabic as well.   I suspect that this is not the first letter he received in this regard.  He – like others receiving state funds – is required to help actively towards his integration (which means he needs to learn to speak German). But these requirements are difficult to understand and to implement, especially for somebody like Ronî. I gave up trying to explain this to him and took his letter home.

I have since sent two e-mails and had one longish telephone conversation with his “customer service consultant” (the euphemism for the official dealing with his case).  The man was courteous and polite and told me what Ronî is expected to do, which means I will organise a written confirmation of his place in my course, if need be I will also attest to the fact that he attends it regularly so far.

Naturally, I could say no if the students come to me with these requests. This is not part of my job and I am often not even qualified to give expert advice or help.  But just being able to speak and read German is often a lot more than what they can do themselves.  I am generally in awe how most of them cope in an environment where they don’t even understand the rules, let alone the language.

Rathaus

Es scheint selbstverständlich zu sein, dass die Schüler mit Briefen, die sie nicht verstehen, zu mir kommen.  Das sind normalerweise Briefe von offiziellen Stellen, der Kreisverwaltung oder dem Jobcenter, die meist in reinstem Beamtendeutsch abgefasst sind und die selbst deutsche Muttersprachler  nur mit Schwierigkeiten verstehen können.

Logisch: Murphys Law  will es, dass ausgerechnete Ronî, mit dem ich mich am wenigsten verständigen kann, der erste in der neuen Klasse ist, der mir einen solchen Brief zeigt.  Er wird aufgefordert, an einem Integrationskurs teilzunehmen,  oder er bekommt 10% von seinen monatlichen Leistungen abgezogen.  Ich habe vergeblich versucht, ihm zu erklären, dass er zum Jobcenter gehen und mit dem Absender des Briefes sprechen muss.  Die Idee selbst ist schon absurd, da Ronî nicht in der Lage wäre, erfolgreich an einem Integrationskurs teilzunehmen, da er weder Deutsch noch Arabisch lesen und schreiben kann.  Ich vermute, dass das nicht die erste Aufforderung dieser Art an ihn war.  Er – wie alle anderen, die staatliche Hilfe erhalten  – muss an seiner eigenen Integration aktiv mitarbeiten (was hauptsächlich heißt, dass er Deutsch lernen muss).  Aber diese Bedingungen sind schwer zu verstehen und schwer einzuhalten, besonders für jemand wieRonî.  Ich gab dann auf, es ihm verständlich zu machen und nahm seinen Brief mit nach Hause.

Seither habe ich zwei E-mails  verschickt und ein längeres Telefongespräch mit seinem „Kundenberater“ beim Jobccenter geführt.  Der Beamte war freundlich und zuvorkommend und hat mir gesagt, was von Ronî erwartet wird, was darauf hinausläuft, dass ich ihm eine schriftliche Teilnahmebestätigung für den Kurs besorgen und, falls es nötig ist, auch seine regelmäßige Teilnahme bis jetzt bestätigen werde.

Natürlich könnte ich nein zu den Schülern  sagen. Das gehört nicht zu meinen Aufgaben und ich bin oft nicht mal qualifiziert, um fachliche Ratschläge oder Hilfe zu geben.  Aber einfach Deutsch reden und lesen zu können, ist oft mehr, als sie für sich selbst tun können. Im Allgemeinen bewundere ich, wie diese Menschen in einer Umwelt funktionieren können, in der sie weder die Regeln, geschweige denn die Sprache, verstehen können.

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