If you do not become like children – So ihr nicht werdet wie die Kinder

Wir hatten heute einen Gastschüler in der Klasse.  Hanan war die ganze letzte Woche krank und heute erfuhr ich, dass ihre Kinder ebenfalls die Grippe hatten.  Ihr geht es wieder besser, ihrer Tochter auch, aber ihr Sohn Hamza durfte noch nicht wieder in den Kindergarten, weshalb er seine Mama in den Unterricht begleitete.  Es ging ihm gut und er hustete nur ein- oder zweimal und hat auch nicht gestört.  Er malte und beschäftigte sich mit verschiedenen Spielen, die ich im Klassenzimmerschrank aufbewahre, ordnete meine Magnete an der Whiteboard und malte einige spanische Wörter nach, die noch von einer früheren Klasse an der Tafel standen.

Hamza ist sechs und geht nun seit wenig mehr als einem Jahr in einen Kindergarten in unserer Stadt.  Im Herbst wird er eingeschult.  Was mir auffiel war, dass ich mich mit ihm unterhalten konnte wie mit jedem anderen sechsjährigen deutschen Kind. Ich sagte ihm, was er machen könne (und was nicht), wir witzelten über die „großen Schüler“, und er erzählte mir von seiner Lehrerin und seiner Schwester und seinem Lieblingsessen (Pizza).  Kurzum, er spricht viel besser Deutsch als jeder meiner erwachsenen Kursteilnehmer.  Natürlich bedeutet das nicht, dass sie dumm oder faul sind – es bedeutet nur, dass er – nun ja, halt jünger ist als sie, und wir verlieren unsere Fähigkeiten, andere Sprachen zu lernen, wenn wir älter werden. Hamza wird in einem oder zwei Jahren perfekt Deutsch sprechen, gleichauf mit Kindern, die in Deutschland geboren sind.   Seine Mutter wird ihr Deutsch ebenfalls verbessern, langsam, aber sicher, aber sie wird nie ihren Akzent verlieren, wird sich nie wirklich in dieser Sprache, die ihr bis zu einem gewissen Grad immer fremd bleiben wird, wohlfühlen.

Ich weiß, von was ich rede.  Ich spreche gutes Englisch und doch ist es nicht meine Muttersprache.  Mein aktives und passives Vokabular ist größer als das meiner Söhne, denn ich bin von Beruf Übersetzerin, jemand, dessen Arbeitsgebiet Sprache ist, aber ich werde nie so mühelos wie sie Englisch sprechen, werde immer einen Akzent haben (besonders wenn ich müde oder ein bisschen beschwipst bin), werde immer in deutsche Sprachmuster zurückfallen. Aber Hamza und Alima werden zweisprachig aufwachsen und sie werden Deutsch nicht nur viel schneller als die Älteren lernen, sie werden es auch besser können, als sie.

Ich habe mir ausgesucht, Lehrerin von Erwachsenen zu sein und das möchte ich auch nicht ändern.  Aber ab und zu wünsche ich mir, dass meine Lerner mehr wie Kinder sein könnten.

227 children

We had a visitor in class today.  Hanan had been sick all week and today I learned that it wasn’t just her but her children had the flu as well.  She is better, and so is her daughter Alima but her son Hamza was not yet allowed back in nursery school so he came along with his mum.  He was fine and just coughed once or twice, and he certainly was no bother.  He drew pictures, played with various games I keep in the classroom cupboard, sorted my magnets on the whiteboard, and copied some Spanish vocabulary left on the blackboard from another class.

Hamza is six years old and has been just over a year in a nursery school in our town.  He will start proper school in autumn.  The remarkable thing is that I could talk to him as I would have done with any other six-year-old German child.  I told him what he could do (and what not), we joked about the “big pupils”, and he told me about his teacher and his sister and what his favourite food was (pizza).  In other words, he speaks German a lot better than any of my adult students.  Now this is not because they are stupid or lazy – it’s just that he is, well, a lot younger than they are and somehow our ability to learn other languages decreases as we get older.  Hamza will speak perfect German in another year or two, on par with children who were born in Germany.  His mother will get better, slowly but surely,  but she will never lose her accent, never be really comfortable in this language which will to some extent always be foreign to her.

I know what I am talking about. I speak English well and yet, it is not my mother tongue. My active and passive vocabulary is larger than that of my sons because I am translator by trade, somebody whose business is language, but I will never talk as effortlessly as they do, always have an accent (particularly if I am tired or tipsy), always revert back to German speech patterns. But Hamza and Alima will grow up bi-lingual and they will not only master German much faster but than their elders but speak it better than they can ever hope to.

I chose to be a teacher of adults and I don’t want this to be any different.  But occasionally I wish my learners could be more like children.

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