Ärgern oder verärgert sein – To tick off or to be ticked off

And here we are, three weeks into Ramadan and the course Alpha 5 is starting. Supposed to start.

The problem is that the course needs ten participants, and there are only eight on the list.  Six were there on time, literally happy to be back after the two weeks break, one is in hospital, and Latif is absent – as he was for most of the last two weeks of the previous course. So, all in all, it doesn’t look good.  The school’s admin has given me two days to teach the small group but if no other participants can be found, Alpha 5 is not happening.

The alphabetisation course is designed to teach the students reading and writing Latin letters in three modules.  The next two modules are for practicing and furthering overall language skills thus preparing the participants for the A1 course.  Some of them are ready after module 3 to move on to A1, some think they are ready, and some will probably have immense difficulties even at the end of Alpha 5.  After six months, I think I have a fair knowledge of who belongs in which group.

About a month ago, Latif showed me his invitation to an A1 course and was adamant that he would rather first finish the prep course with me.  I was happy to sort that out for him because he is definitely one of the weaker students.

And then today in the middle of class I had this exchange on WhatsApp with him –

Eklastic: “Where are you?”

Latif: “shall I stay my whole life in the alpha course” – “in short, I ought to start with A1”

Eklastic: “A1 will come after Alpha 5.”

Latif: “so I can work”

At this point, I suspected that it wasn’t Latif himself texting me – either a friend was helping him or he had found the mother of all translating programmes.

I reminded him that it had been his idea to stay in Alpha 5. Then –

Latif: “I waste my time in the alpha course.”

I was pretty ticked off even though I told myself that it wasn’t Latif texting and that what seemed like an insult to me as his teacher was in all likelihood just a communication glitch.  Still, it rankles me.  I shouldn’t see it as criticism of myself but rather as his frustration with the whole situation.  He is keen to start working and earning money.  Yet, I’m only human, and this human is pretty irritated.

Wanker

Und jetzt, nach drei Wochen Ramadan, fängt Alpha 5 an.  Soll Alpha 5 anfangen.

Das Problem ist, dass der Kurs zehn Teilnehmer braucht, aber nur acht auf der Liste stehen.  Sechs waren pünktlich da, wirklich froh, dass es nach den zwei Wochen Ferien, weitergeht, eine ist im Krankenhaus und Latif war nicht da – wie auch an den meisten Tagen in den letzten zwei Wochen des vorherigen Kurses.  Also sieht es nicht gut aus.  Die Schulverwaltung hat mir zwei Tage gegeben, die ich mit der kleinen Gruppe arbeiten kann, aber wenn dann keine weiteren Teilnehmer aufgetrieben werden, wird Alpha 5 nicht stattfinden.

Die Alphabetisierungskurse sind so aufgebaut, dass die Schüler in drei Modulen Lesen und Schreiben von lateinischen Buchstaben lernen sollen.  Die beiden weiteren Module sind dafür gedacht, die neuen Fähigkeiten zu üben und die Sprachkenntnisse zu vertiefen,  um auf diese Weise die Teilnehmer auf den A1-Kurs vorzubereiten.  Manche sind schon nach Modul 3 für A1 bereit, manche denken, sie seien bereit, und manche werden auch nach Abschluss des Alpha 5-Kurses große Schwierigkeiten haben.  Ich glaube, ich weiß nach 6 Monaten ziemlich gut, wer in welche Gruppe gehört.

Vor etwa einem Monat zeigte mir Latif seine Einladung zum kommenden A1-Kurs, aber er wollte unbedingt erst bei mir den Vorkurs abschließen.  Ich war recht glücklich, dies für ihn zu arrangieren, denn er gehört definitiv zu den schwächeren Schülern.

Und dann hatte ich heute während des Unterrichts diese WhatsApp-Unterhaltung mit ihm –

Eklastic: „Wo bist du?“

Latif: „soll ich meine ganze Leben im Alphakurs bleiben“ – „kurzgesagt ich soll mit A1 anfangen“

Eklastic: „Nach Alpha 5 kommt A1.“

Latif: „damit ich arbeiten kann“

Zu diesem Zeitpunkt war mir klar, dass Latif das nicht selbst schrieb – entweder hatte er Hilfe von einem Freund oder er hatte die Mutter aller Übersetzungsprogramme entdeckt.

Ich erinnerte ihn daran, dass es seine eigene Idee gewesen war, Alpha 5 abzuschließen. Dann kam das –

Latif: „Ich verschwende meine Zeit im Alphakurs“

Ich war ziemlich angefressen, obwohl ich mir sagte, dass Latif selbst das nicht geschrieben hatte, und dass das, was wie eine Beleidigung meiner Fähigkeiten als Lehrer klingt, ziemlich sicher nur ein Übertragungsfehler ist.  Aber es wurmt mich trotzdem.  Ich sollte das nicht als Kritik an meiner Person sehen, sondern als seinen Frust mit der ganzen Situation.  Er möchte arbeiten und Geld verdienen.

Ich bin aber auch bloß ein Mensch, und dieser Mensch ist sauer.

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