Sonntagseinkauf – Sunday shopping

I’ve just come back from the bakery – open on Sundays! – as our bread has decided that it’s too hot and humid and has gone mouldy.  As usual on Sundays, there is a queue.  One of the gentlemen in front of me was not what is these days referred to as “bio German”, when he placed his order he spoke with a pronounced foreign accent.  The lady behind the counter said all the right words, i.e. “Can I help you?”, “Here you are!”, and “Have a nice day now!” but her manner seemed if not outright rude at least unfriendly.  I noticed her manner and thought she might not enjoy having to work on a Sunday.  Or possibly, something annoying had just happened.  Or she might just naturally have a face which unintentionally looks annoyed, a proverbial “resting bitch face”.

The next customer in line was a bit older, looked slightly unkempt, obviously not coping with the heat very well, but was on first glance German and on second glance when he opened his mouth definitely a native from the area.  The sales assistant used the same words to serve him, she wasn’t particularly smiling or overly friendly, but the changes in her demeanour were noticeable – she was more pleasant, more welcoming, more open.

Nobody could fault the way she addressed the first customer, certainly nobody could construe racism or xenophobia or any such big words on her part from this exchange.  Yet the difference in her behaviour was markedly noticeable for anyone who cared to look.
238 bitch

Ich bin gerade von der Bäckerei – sonntags geöffnet! – zurückgekommen, da unser Brot beschlossen hat, wegen allgemeiner Schwüle, sich dem Schimmel zu ergeben.  Wie üblich gibt es sonntags beim Bäcker eine Warteschlange.  Einer der Kunden vor mir war nicht, wie es heutzutage oft heißt, bio-deutsch, seine Bestellung gab er mit einem deutlichen, fremdländischen Akzent.  Die Verkäuferin hinter der Theke sagte die richtigen Worte wie „Was darf’s denn sein?“, „Hier, bitte!“ und „Einen schönen Tag noch!“, aber sie wirkte wenn auch nicht direkt unhöflich, so doch auch nicht ausgesprochen freundlich.  Ich bemerkte das und dachte, dass sie vielleicht nicht begeistert davon sei, sonntags arbeiten zu müssen. Oder vielleicht war etwas geschehen, was sie verärgert hatte.  Oder vielleicht hatte sie einfach eines dieser Gesichter, die ungewollt verdrießlich aussehen – im Englischen kenne ich den Ausdruck „resting bitch face“  dafür oder habe das schöne „Grantlitz“ bei leo.org dafür gefunden.

Der nächste Kunde in der Schlange war ein wenig älter, etwas ungepflegt, was offensichtlich mit der Hitze zu tun hatte, auf den ersten Blick ein Deutscher und auf den zweiten Blick, als er den Mund aufmachte,  eindeutig ein Einheimischer.  Die Verkäuferin benutzte die gleichen Worte, als sie ihn bediente, sie lächelte auch nicht viel mehr, war nicht extrem freundlich, aber die Änderung in ihrem Verhalten waren doch merklich – sie war höflicher, einladender, offener.

Niemand könnte ihr einen Fehler im Verhalten gegenüber dem ersten Kunden ankreiden, niemand könnte ihr aus dieser Situation heraus Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit oder ein vergleichbar großes Wort unterstellen.  Aber der Unterschied in ihrer Art war für jemanden, der genau hinsah, deutlich zu bemerken.

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One thought on “Sonntagseinkauf – Sunday shopping

  1. Ich hab neulich ein YouTube-Video gesehn über Polizei-Arbeit bei Ausländer-Razzien. Da redete eine Polizistin eine illegal Eingereiste Afghanin oder etwas in der fremdartigen Richtung auf Bayrisch an. Freundlich, aber total doof.

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