Beschäftigungstherapie? – Occupational therapy?

I have two students in my current course who really test my patience.  They are a mother-daughter team.

The mother is a small, seemingly careworn woman, who understands little of what is going on in the classroom.  No matter how much I try to help her individually she hardly understands anything.  Those who have problems are often the ones who think that it is enough to sit passively in class (or are not able to do anything else).  I have to come up to her again and again to show what we are doing.  I show her that she has to follow the text in her book when others are working orally on an exercise.  Homework, studying at home – which I keep stressing  and explaining visually in class – stays a foreign concept for her.

Her daughter is barely 20, I think. She is so portly that she seems twice the size of her mother but in contrast to this speaks very softly.  I seem to sense a slight negativity towards the course.  She just takes part because she was told she had to.  I hope I’m wrong.

Today I was truly speechless for the first time in all my time of teaching German.  The students produce little flashcards by sticking on pictures to learn vocabulary.  This time more than in the courses before I integrate the learning of words with the help of flashcards in my teaching because I have learned that I cannot rely on own initiative.  I bring cards, glue sticks, scissors to class and we spend a lot of time to make these flashcards.  Today we moved on to step 2: now that they know 12 letters they were supposed to label the cards.

All of them took their boxes and began.  Except for Elom and Fatyie.  “Where are your cards?” They looked at me with blank stares. “Forgotten at home?” They shrugged their shoulders. They have tried to stonewall me before but this time  I did not let it go.  I repeated my questions and insisted on an answer.  Finally Elom pointed mutely to the waste bin.

Am I in nursery school or doing occupational therapy where we learn how to cut and glue?!  Of course, at first I thought to blame myself – did I not explain the use of the cards well enough?  But no if this were the case the others would not have understood either.

They were not impressed with my solution:  I have black and white copies amongst my papers and they had to make new flashcards during the break.  I’d never thought that I had to resort to detention when working with adults.

242 ärger

In diesem Kurs habe ich zwei Schülerinnen, die meine Geduld auf die Probe stellen. Sie sind ein Mutter/Tochtergespann.

Die Mutter ist eine kleine, verhärmt wirkende Frau, die wenig von dem versteht, was im Klassenzimmer geschieht.  So sehr ich mich auch bemühe, ihr individuell zu helfen, sie versteht kaum etwas.  Diejenigen, die Probleme haben, sind oft auch die, die denken, es würde reichen, einfach passiv im Unterricht zu sitzen (vielleicht können sie auch nicht anders). Immer wieder muss ich zu ihr hingehen und ihr zeigen, was wir gerade machen.  Ich zeige ihr, dass sie mitlesen muss, wenn andere eine Aufgabe mündlich lösen.  Hausaufgaben, zuhause üben – was ich immer wieder thematisiere und im Unterricht bildlich darstellen – bleiben ihr fremd.

Ihre Tochter ist knapp 20, schätze ich.   Durch ihre Körperfülle wirkt sie mindestens doppelt so breit wie ihre Mutter;  dabei spricht sie sehr leise. Bei ihr scheine ich eine leichte Ablehnung gegenüber dem Unterricht zu spüren.  Sie macht halt mit, weil man ihr gesagt hat, sie muss.  Ich hoffe, ich tue ihr damit Unrecht.

Heute war ich dann zum ersten Mal in all der Zeit, in der ich Deutsch unterrichte, sprachlos.   Die Schüler machen kleine Kärtchen, auf die sie Bilder aufkleben, um so Vokabeln zu üben.  Mehr als in den Klassen zuvor, binde ich das Lernen mit Vokabelkarten und Vokabelbox in den Unterricht ein, weil ich gelernt habe, dass ich mich in dieser Hinsicht nicht auf Eigeninitiative verlassen kann.  Ich bringe leere Karteikärtchen, Kleber, Schere mit, und es wird viel Zeit darauf verwendet, die Karten herzustellen.  Heute gingen wir zu Schritt 2 über: nachdem sie nun 12 Buchstaben kennen, sollten die Schüler die Karten nun beschriften.

Alle holten ihre kleinen Schachteln raus und fingen an.  Nur Elom und Fatyie nicht.  „Wo sind Ihre Karten?“  Sie starrten mich ausdrucklos an.  „Zuhause vergessen?“  Achselzucken.  Schon öfter versuchten die beiden, mich mit Hinhaltetaktik auflaufen zu lassen, aber ich ließ nicht locker. Ich wiederholte meine Fragen, insistierte auf einer Antwort.  Schließlich deutete Elom stumm auf den Abfalleimer.

Bin ich denn im Kindergarten oder bei der Beschäftigungstherapie, wo wir schneiden und kleben üben?!  Natürlich suchte ich die Schuld erst mal bei mir selbst – habe ich den Sinn der Karten vielleicht nicht gut genug erklärt?  Aber nein, sonst hätten es nicht alle anderen verstanden.

Begeistert waren sie von meiner Lösung nicht: ich habe Schwarzweißkopien auf Vorrat und sie durften in der Pause neue Vokabelkarten herstellen.  Dass ich in der Erwachsenenbildung mal auf Nachsitzen zurückgreifen müsste, hätte ich allerdings nicht gedacht.

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