Die fremde fünfte Jahreszeit – The unknown fifth season

Alle Jahre wieder bricht in (Süd-)Deutschland die Fasnacht, Fasching, Fastnacht, Karneval aus.  Die fünfte Jahreszeit halt. So wie auch letztes Jahr versuchte ich die Kursteilnehmer auf diese verrückte Woche mit Partys, Festen, Umzügen, und Kindenr und Erwachsenen, die auf der Straße in Kostümen tanzen, vorzubereiten.  Ich dachte, das würde dieses Jahr leichter werden, dass ich sie einfach an letztes Jahr erinnern könnte.  Ich erntete nur leere Blicke.

Ich konnte das kaum glauben.  So fragte ich, ob denn niemand vor einem Jahr an irgendwelchen Karnevalsaktivitäten teilgenommen oder ein paar Narren in Kostümen oder wenigstens mit einem lustigen Hütchen auf dem Kopf gesehen hätte.  Die Eltern unter den Teilnehmern gaben dann zu, dass ihre Kinder sich tatsächlich verkleidet hätten und zu einem Kinderfest in der Schule oder einer Kirchengemeinde gegangen seien.  Die Erwachsenen aber eher nicht.  Ich war richtig enttäuscht, denn ich erinnere mich noch gut daran, wie ich al Minion verkleidet, mit gelbem Gesicht und blauen Latzhosen auf dem Marktplatz zu Musik auf und ab hüpfte, und auf diese Weise eine ganze Gruppe von Syrern, Irakern und Afghanen das Konzept der Freiluftparty bei eiskaltem Wetter und Nieselregen nähergebracht hatte.  Das mussten doch auch andere getan haben?!

Ich wandte mich an Nizar, den jüngsten im Klassenzimmer, und fragte, ob er vor einem Jahr ernsthaft nichts dergleichen erlebt habe.  Ich weiß, dass er mit seiner Mutter in einem kleinen Ort oder besser gesagt, einem Weiler, ein paar Kilometer von hier entfernt wohnt, aber dass er mit seinem Fahrrad überall unterwegs ist.  Er schaute mich ausdruckslos an und sagte dann ganz trocken: „Ich kenne nicht Fasnacht.  Ich wohne im Wald.“  Okay, das erklärt es irgendwie.

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Once a year we have Fasnacht, Fasching, Fastnacht, Karneval in (the south of ) Germany. It is also called the fifth season. So like last year I tried to prepare the course participants for this week of craziness, parties, parades, and children and adults in costume dancing in the streets.  I thought it would be easier this year, that I just had to remind them of last year. I was met with blank stares.

I couldn’t believe it.  So I asked if nobody had participated in any event last year or seen some revellers dressed up or at least wearing funny hats.  The parents then admitted that yes, their children had dressed up and gone to school or church hall parties.  The adults – not so much.  I really got frustrated since I remember hopping up and down to music in our market square, dressed like a minion with a yellow face and blue dungarees , and thus introducing a whole group of Syrians, Iraqis, and Afghanis to the concept of partying outside in freezing weather and drizzling rain.  Did nobody else do this?!

I turned to Nizar, the youngest in our classroom, and asked if he really hadn’t experienced any of this.  I know he lives with his mother in a small village, actually more of a hamlet, a few kilometres away from here but he is all over the place with his bicycle.  He looked at me with a deadpan expression and said: “I know not carnival. I live in the woods.” Fair enough, I guess.

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